Ministerin: „Wir ret­ten die Schleu­se“

Rheinische Post Goch - - BLICKPUNKT KLEVE - VON JÜR­GEN LOO­SEN

Auf der Fach­mes­se für Im­mo­bi­li­en und In­ves­ti­tio­nen Ex­po Re­al in München gab Bar­ba­ra Hend­ricks der Kle­ver De­le­ga­ti­on ein Ver­spre­chen. 20 kon­kre­te In­ves­to­ren aus dem Einzelhandel in­ter­es­sen sich für Kle­ves In­nen­stadt.

KLE­VE/MÜNCHEN Der Satz des Ta­ges auf der Fach­mes­se für Im­mo­bi­li­en und In­ves­ti­tio­nen Ex­po Re­al in München stammt aus Kle­ver Sicht aus dem Mund der Bun­des­mi­nis­te­rin für Um­welt, Na­tur­schutz, Bau und Re­ak­tor­si­cher­heit Dr. Bar­ba­ra Hend­ricks: „Auch wenn es der­zeit schwie­rig aus­sieht, wird es uns ge­lin­gen, die Schleu­se zu ret­ten“, ver­sprach die Kle­ver So­zi­al­de­mo­kra­tin, die am oran­ge­far­be­nen Wür­fel der Stand­ort Nie­der­rhein Gm­bH zu­vor mi­nu­ten­lang mit der Kle­ver Stadt­spit­ze ver­han­delt hat­te. Kle­ves Bür­ger­meis­ter Theo Brau­er, zum zehn­ten und letz­ten Mal auf der Ex­po, Käm­me­rer Wil­li­brord Haas, Tech­ni­scher Bei­ge­ord­ne­ter Jür­gen Rau­er und Wirt­schafts­för­de­rer Dr. Joa­chim Rasch hat­ten sich die Ret­tung der Schleu­se Brie­nen auf die Fah­nen ge­schrie­ben. „Ich könn­te Sie um­ar­men“, strahl­te Brau­er nach dem al­les ent­schei­den­den Satz der Ministerin – tat es aber nicht.

Bar­ba­re Hend­ricks gab ih­re Pre­mie­re auf der Ex­po Re­al – und hat­te da­für so­gar ih­ren Ur­laub un­ter­bro­chen, um ei­nen Tag auf der Mes­se zu er­le­ben. Sie ur­teil­te: „Es war mir wich­tig, hier zu sein. Das ist die Leit­mes­se für al­les, was mit Im­mo­bi­li­en zu tun hat und so kom­pri­miert wie in München be­kommt man das nir­gend­wo ge­bo­ten“.

Das sieht auch der Ers­te Bür­ger der Kreis­stadt nicht an­ders: „Es geht ums Netz­wer­ken. Des­halb ist es so wich­tig, hier zu sein und das soll­te auch kon­ti­nu­ier­lich fort­ge­führt wer­den“. Wil­li­brord Haas nann­te ein kon­kre­tes Bei­spiel: „Im vo­ri­gen Jahr ha­ben wir ein Di­enst­leis­tungs­un­ter­neh­men ken­nen ge­lernt, das mo­de­rie­rend für Ein­zel­han­dels­fir­men die La­ge in den Städ­te son- diert.“Für die Kreis­stadt ha­be das Un­ter­neh­men „300 in­ter­es­sier­te Fir­men aus­ge­macht“, da­von sei­en „et­wa 20 kon­kre­te In­ves­to­ren für ei­ne An­sied­lung in der In­nen­stadt“tat­säch­lich üb­rig ge­blie­ben. Da­bei rei­che die Pa­let­te von der Fir­men- ket­te bis zu Ein­zel­un­ter­neh­men. Das Kle­ve-Quar­tett will Kon­takt auf­neh­men und das Ter­rain ge­nau­er son­die­ren – Tat­sa­che ist, dass die Hoch­schul­an­sied­lung in­zwi­schen auch bun­des­weit auf den Einzelhandel aus­strahlt. Auf dem Ge­biet hel­fen soll der so ge­nann­te „Ci­ty­Ma­na­ger“, der für min­des­tens drei Jah­re die In­nen­stadt­ent­wick­lung be­glei­tet, Mar­ke­ting, KCN und Einzelhandel in­klu­si­ve.

Auch auf ei­nem an­de­ren Feld bahnt sich ei­ne Än­de­rung an, ge­meint ist die mög­li­che Zu­sam­men­le­gung von Wirt­schafts­för­de­rung und Stadt­mar­ke­ting, die der­zeit im Auf­trag des Stadt­ra­tes von Haas ge­prüft wird. Das Stadt­mar­ke­ting küm­me­re sich mehr um den Einzelhandel, die Wirt­schafts­för­de­rung um das Ge­wer­be, „ei­ne Zu­sam­men­füh­rung der Struk­tu­ren ist schon ein Ge­winn“, ur­teilt der Ers­te Bei­ge­ord- ne­te. Im Früh­jahr 2016 will er der Po­li­tik ei­nen Vor­schlag un­ter­brei­ten, der zum 1. Ja­nu­ar 2017 in die Tat um­ge­setzt wer­den soll. „Es geht um ei­ne Än­de­rung der Struk­tu­ren, nicht um Per­so­nen“, be­ton­te Haas, denn der­zeit hat man mit Wirt­schafts­för­de­rer Dr. Joa­chim Rasch und Stadt­mar­ke­ting-Che­fin Ute Schul­ze-Hei­ming zwei Chefs – aber in spä­tes­tens ei­nem Jahr, darf man mut­ma­ßen, wird es hei­ßen: „Es kann nur ei­ne(n) ge­ben“.

Der Wirt­schafts­för­de­rer hat­te das Ge­wer­be­flä­chen­kon­zept 2015 der Stadt Kle­ve mit im Ge­päck. Ganz kon­kret sei­en im Vor­jahr „180.000 Qua­drat­me­ter Ge­wer­be­flä­chen an­ge­fragt wor­den“. Man ha­be noch „aus­rei­chend Po­ten­zi­al, vor al­lem an­ge­fragt sei­en auch „klei­ne­re Flä­chen von 1500 bis 5000 Qua­drat­me­ter“. Im vo­ri­gen Jahr hat­te man be­kannt­lich ei­ne Re­kord­zahl er­reicht: Sei­ner­zeit wur­den 90.000 Qua­drat­me­ter ver­kauft, da­von al­ler­dings al­lei­ne 70.000 Qua­drat­me­ter an die Fir­ma Med­li­ne. Die Qua­drat­me­ter­kos­ten ha­ben in Kle­ve üb­ri­gens ei­ne Span­ne von 20 bis 55 Eu­ro.

FO­TO: LOTHAR BERNS

Im Zwie­ge­spräch: Bar­ba­ra Hend­ricks und Theo Brau­er.

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