Che Gue­va­ra ver­haf­tet

Rheinische Post Goch - - UNTERHALTUNG -

Als er ver­haf­tet wur­de, leb­te er noch. Der Mann, den ein Trupp der bo­li­via­ni­schen Ar­mee am 8. Ok­to­ber 1967 na­he dem klei­nen Ört­chen La Hi­gue­ra ge­stellt hat­te, war nie­mand Ge­rin­ge­rer als Er­nes­to Che Gue­va­ra: Gue­ril­la­füh­rer der Ku­ba­ni­schen Re­vo­lu­ti­on, Mi­nis­ter der Re­vo­lu­ti­ons­re­gie­rung und spä­te­re Iko­ne der Pop­kul­tur. Ent­täuscht von den Cas­tro-Brü­dern hat­te er Ku­ba ver­las­sen, um wie­der Re­bell zu sein. In Bo­li­vi­en un­ter­stütz­te er mit sei­nen Män­nern die mar­xis­ti­sche Re­vo­lu­ti­ons­ar­mee ELN. Am Tag nach sei­ner Ver­haf­tung wur­de Gue­va­ra er­schos­sen – oh­ne Ge­richts­ver­hand­lung, oh­ne An­hö­rung, ver­mut­lich auf Be­fehl des bo­li­via­ni­schen Prä­si­den­ten Re­né Bar­ri­en­tos Or­tu­no. Die­je­ni­gen, die über den ewi­gen Re­bel­len ge­siegt hat­ten, stell­ten sei­nen Leich­nam zur Schau. Sei­ne Ver­eh­rung be­gann be­reits dort. Dorf­be­woh­ner soll­ten den To­ten be­gut­ach­ten. Ei­ner nach dem an­de­ren nahm ein Stück Gue­va­ras an sich. Die ei­nen schnit­ten ei­ne Lo­cke aus dem schwarz-brau­nen Haar, die an­de­ren grif­fen sich ein Stück der Klei­dung. Erst nach die­ser selt­sa­men Prä­sen­ta­ti­on be­schlos­sen die Mi­li­tärs, die ge­nau­en Um­stän­de des To­des zu ver­schlei­ern. Der Fa­mi­lie wur­de er­zählt, er sei im Kampf gestor­ben, die Lei­che wur­de ver­scharrt. Erst 1997 wur­de der Be­gräb­nis­ort be­kannt. Die sterb­li­chen Über­res­te wur­den ex­hu­miert, nach Ku­ba über­führt und dort bei ei­nem Staats­be­gräb­nis bei

ge­setzt.

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