Der Ga­ran­tie­zins täuscht

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MAR­TIN KESSLER

Die Le­bens­ver­si­che­rung war jahr­zehn­te­lang das Hät­schel­kind der Po­li­tik. Erst gab es das Steu­er­pri­vi­leg, dann die Zu­la­gen für pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­run­gen, schließ­lich die Si­che­rung der Be­wer­tungs­re­ser­ven der An­bie­ter, da­mit die nicht all­zu viel ih­rer Ge­win­ne an Alt-Kun­den aus­zah­len müs­sen.

Jetzt geht das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um erst­mals dar­an, ein wich­ti­ges Mar­ke­ting-In­stru­ment der Le­bens­ver­si­che­rer zu kap­pen – den Ga­ran­tie­zins. Mit ihm konn­ten die An­bie­ter wer­be­wirk­sam die an­geb­li­che Über­le­gen­heit der Le­bens­ver­si­che­rung un­ter Be­weis stel­len. Da gera­de in der Nied­rig­zin­spha­se der Ga­ran­tie­zins über der Ren­di­te von Staats­an­lei­hen lag, grif­fen vie­le Bür­ger wei­ter­hin zur Po­li­ce. Da­bei be­ach­te­ten sie nicht, dass ih­nen die Ver­si­che­rer ho­he Kos­ten ab­zo­gen. Der ver­meint­lich hö­he­re Zins wur­de nur auf den Rest ge­zahlt.

Das En­de des Ga­ran­tie­zin­ses dürf­te den Nie­der­gang der Le­bens­ver­si­che­run­gen wei­ter be­schleu­ni­gen. Aber das ist in Ord­nung. Denn es gibt weit­aus bes­se­re An­la­gen für die Al­ters­vor­sor­ge. BE­RICHT

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