Län­der rin­gen um die Fi­nanz­re­form

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

BERLIN (mar) Den Bun­des­län­dern läuft die Zeit da­von: Vor dem Tref­fen der Mi­nis­ter­prä­si­den­ten heu­te in Bre­men zeich­ne­te sich wei­ter­hin kei­ne Ei­ni­gung über die ge­plan­te Re­form des Län­der­fi­nanz­aus­gleichs und der Fi­nanz­be­zie­hun­gen zum Bund ab. Die Län­der sind aber dar­auf an­ge­wie­sen, dass sie die­se Ei­ni­gung bis zum Früh­jahr 2016 hin­be­kom­men. Denn dann ste­hen Land­tags­wah­len in Ba­den-Würt­tem­berg, Rhein­land-Pfalz und Sach­sen-An­halt an. Wäh­rend der Wahl­kämp­fe trau­en sich die be­trof­fe­nen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten kei­ne schwie­ri­gen Ver­hand­lun­gen mehr zu. Und im Bund re­giert die gro­ße Ko­ali­ti­on si­cher nur noch bis 2017 – in der fol­gen­den Le­gis­la­tur­pe­ri­ode könn­ten al­so die für die Bund-Län­der-Re- form nö­ti­gen Mehr­hei­ten im Bun­des­tag und im Bun­des­rat schwe­rer zu or­ga­ni­sie­ren sein.

Sach­sen-An­halts Mi­nis­ter­prä­si­dent Rei­ner Ha­seloff (CDU) mahnt sei­ne Kol­le­gen da­her zu mehr Dis­zi­plin und Tem­po. „Um mög­lichst früh Pla­nungs­si­cher­heit zu er­hal­ten, ist ei­ne bal­di­ge Ei­ni­gung wün­schens­wert“, sag­te Ha­seloff un­se­rer Re­dak­ti­on. In den fest­ge­fah­re­nen Ver­hand­lun­gen ste­hen sich der­zeit zwei Ei­ni­gungs­mo­del­le ge­gen­über – das der SPD-Län­der und ein Vor­schlag der uni­ons­ge­führ­ten Län­der, der vom Saar­land ent­wi­ckelt wur­de.

„Die grund­le­gen­den An­lie­gen der ost­deut­schen Län­der sind in bei­den Mo­del­len be­rück­sich­tigt“, so Ha­seloff. „Klar ist aber auch, dass die fi­nan­zi­el­len Wir­kun­gen für uns iden- tisch sein müs­sen. Dies ist zu­ge­sagt. Die ost­deut­schen Län­der ver­tre­ten da­zu ei­ne ein­heit­li­che Po­si­ti­on und blei­ben eng bei­ein­an­der.“Die Os­tLän­der for­dern nach dem En­de des So­li­dar­pakts II 2019 wei­ter aus­kömm­li­che Fi­nanz­trans­fers der üb­ri­gen Län­der und des Bun­des.

Von der Kon­fe­renz heu­te wird wei­ter­hin kei­ne Ei­ni­gung er­war­tet. Dies ist auch schon des­halb un­mög­lich, weil Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU) sei­ne Teil­nah­me ab­ge­sagt hat. Bay­ern und Hes­sen ha­ben vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ge­gen den Län­derfi­nanz­aus­gleich ge­klagt, weil sie als Ge­ber­län­der ei­ner gro­ßen Schar von Neh­mer­län­dern ge­gen­über­ste­hen, die im­mer wei­ter stei­gen­de Trans­fer­leis­tun­gen er­hal­ten.

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