Grö­he will Ein­satz von An­ti­bio­ti­ka re­du­zie­ren

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

BERLIN (jd/qua) An­ge­sichts ei­ner welt­weit zu­neh­men­den Ver­brei­tung von An­ti­bio­ti­kare­sis­ten­zen hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) vor ex­plo­die­ren­den Ge­sund­heits­kos­ten ge­warnt. „Wenn wir jetzt nicht ent­schlos­sen han­deln, wird es kom­men­de Ge­ne­ra­tio­nen noch viel teu­rer zu ste­hen kom­men“, sag­te Grö­he un­se­rer Re­dak­ti­on. Ges­tern und heu­te trifft er Amts­kol­le­gen aus sechs wei­te­ren füh­ren­den In­dus­trie­na­tio­nen (G7) in Berlin. Re­sis­ten­zen wür­den al­lein in der EU Kos­ten von schät­zungs­wei­se 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr ver­ur­sa­chen, in den OECD-Län­dern könn­ten es bis 2050 so­gar 2,9 Bil­lio­nen US-Dol­lar sein, sag­te Grö­he.

Um das Pro­blem an­zu­ge­hen, rief er mit Bun­des­agrar­mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt (CSU) da­zu auf, den Ein­satz von An­ti­bio­ti­ka in der Hu­man- und Tier­me­di­zin so­wie der Tier­mast zu re­du­zie­ren. „700.000 Men­schen ster­ben welt­weit je­des Jahr in­fol­ge ei­ner In­fek­ti­on mit re­sis­ten­ten Er­re­gern, aber nur ein Vier­tel al­ler Staa­ten welt­weit ha­ben bis­lang Maß­nah­men zur Be­kämp­fung von Re­sis­ten­zen er­grif­fen“, kri­ti­sier­te Grö­he und sprach von ex­tre­men Her­aus­for­de­run­gen.

Geht es nach den Fach­mi­nis­tern, die heu­te in Berlin auch über die Fol­gen der Ebo­la-Kri­se re­den, soll es künf­tig mehr An­rei­ze für For­schung und Ent­wick­lung neu­er An­ti­bio­ti­ka und al­ter­na­ti­ver The­ra­pie­me­tho­den ge­ben. Von den 20 größ­ten Phar­ma­kon­zer­nen, die in den 1990er Jah­ren in der An­ti­bio­ti­kaFor­schung ak­tiv wa­ren, sind 2014 nur noch vier in die­sem Be­reich ak­tiv ge­we­sen, hieß es. Der Bun­des­re­gie­rung zu­fol­ge schluck­ten die Deut­schen im Jahr 2013 rund 450 Ton­nen An­ti­bio­ti­ka, in der Tier­me­di­zin kom­men jähr­lich et­wa 1700 Ton­nen zum Ein­satz.

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