Groß­de­mos ge­gen Han­dels­ab­kom­men

Rheinische Post Goch - - VORDERSEITE - VON J. DREBES UND B. MAR­SCHALL

In Berlin und an­de­ren Städ­ten pro­tes­tie­ren heu­te Zehn­tau­sen­de ge­gen TTIP.

BERLIN Das Ziel der De­mons­tran­ten ist klar: den ge­plan­ten Ver­trag über die An­glei­chung von Zöl­len, Qua­li­täts- und Schutz­stan­dards im Han­del zwi­schen der EU und den USA kip­pen. Da­zu wol­len heu­te Zehn­tau­sen­de in Berlin und an­de­ren Städ­ten ge­gen das trans­at­lan­ti­sche Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP auf die Stra­ße ge­hen. Zu den Pro­tes­ten auf­ge­ru­fen ha­ben un­ter an­de­rem Um­welt- und So­zi­al­ver­bän­de so­wie Tei­le der SPD.

Da­mit sin­ken die Chan­cen auf ei­nen er­folg­rei­chen Ab­schluss der Ver­hand­lun­gen noch wäh­rend der Amts­zeit von US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma, die im Ja­nu­ar 2017 zu En­de geht. Die USA hat­ten ver­gan­ge­ne Wo­che mit elf asia­ti­schen Staa­ten das Frei­han­dels­ab­kom­men TPP ab­ge­schlos­sen. Da­mit ste­hen die Eu­ro­pä­er zu­sätz­lich un­ter Druck, denn TPP ver­schlech­tert die Wett­be­werbs­be­din­gun­gen für eu­ro­päi­sche Fir­men im pa­zi­fi­schen Raum. „Mer-

Klaus Mül­ler kel, Oba­ma und die an­de­ren Re­gie­rungs­chefs müs­sen spä­tes­tens im Herbst bei TTIP den Kno­ten durch­schla­gen und ei­ne Grund­satz­ei­ni­gung auf das Ab­kom­men schlie­ßen“, for­der­te Michael Hüt­her, Chef des in­dus­trie­na­hen In­sti­tuts der deut­schen Wirt­schaft. „Tun sie das nicht, se­he ich schwarz für das Ab­kom­men. Dann ste­hen wir Eu­ro­pä­er schlech­ter da als die Asia­ten, die gera­de mit den USA das TPP-Ab­kom­men be­sie­gelt ha­ben.“

„Jen­seits Eu­ro­pas und der USA herr­schen ganz an­de­re Vor­stel­lun­gen zum Schutz von Mensch und Um­welt. Wir soll­ten da­her al­les dar­an set­zen, dass TTIP zum Er­folg wird und glo­ba­le Strahl­kraft ent­fal­ten kann“, warn­te Uni­ons­frak­ti­ons­vi­ze Michael Fuchs. Klaus Mül­ler, Chef des Bun­des­ver­bands der Ver­brau­cher­zen­tra­le, sag­te da­ge­gen: „Fai­rer Frei­han­del an sich ist für Ver­brau­cher nichts Schlech­tes. Aber der Mensch, der Ver­brau­cher, muss doch Maß al­ler Din­ge blei­ben.“Stim­me des Wes­tens

„Der Mensch, der Ver­brau­cher, muss das Maß

al­ler Din­ge blei­ben“

Ver­brau­cher­schüt­zer

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