Ge­fähr­li­che Spal­tung der Re­pu­blik

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUAD­BECK

Was sich gera­de zwi­schen den Schwes­ter­par­tei­en CDU und CSU ab­spielt, ent­spricht der Stim­mung in der Be­völ­ke­rung: Die Ge­sell­schaft spal­tet sich im­mer tie­fer in ein „Wir schaf­fen das“- und in ein „Das Boot ist voll“-La­ger. Die­se Ent­wick­lung ist ge­fähr­lich. Die Uni­on soll­te sie nicht wei­ter an­hei­zen.

Die Uni­on kann sich ein Bei­spiel an der SPD neh­men, die ge­schickt in die Rol­le des Ver­mitt­lers zwi­schen den La­gern schlüpft und der Will­kom­mens­rhe­to­rik die kla­re Bot­schaft hin­zu­fügt, dass Deutsch­land na­tür­lich nicht je­des Jahr ei­ne Mil­li­on Men­schen auf­neh­men kann.

See­ho­fer wird es im Al­lein­gang nicht ge­lin­gen, den Zustrom nach Deutsch­land zu dros­seln. Die Dro­hung, Flücht­lin­ge an der Gren­ze zu­rück­zu­wei­sen, ist eben­so tö­richt, wie es ab­surd ist, die Kanz­le­rin der ei­ge­nen Ko­ali­ti­on vor das Ver­fas­sungs­ge­richt zie­hen zu wol­len. Auch die CSU wird an der deut­schen Gren­ze nie­man­den mit Schlag­stö­cken oder Trä­nen­gas von ei­ner Ein­rei­se ab­hal­ten wol­len. Mit sei­ner Hau-drauf-Rhe­to­rik über­tönt See­ho­fer die vie­len her­vor­ra­gen­den und hu­ma­ni­tä­ren Be­schlüs­se, die sein Ka­bi­nett auch zur In­te­gra­ti­on und Ver­sor­gung der Flücht­lin­ge ge­fasst hat. BE­RICHT

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