AMAR AZZOUG (56)

Rheinische Post Goch - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

In­te­gra­ti­ons­netz­werk „Bun­ter Tisch“

Ja, wir kön­nen das schaf­fen, wenn wir die Struk­tu­ren än­dern. Das heißt vor al­lem, dass wir un­bü­ro­kra­ti­scher wer­den müs­sen. Wir müs­sen han­deln und nicht lan­ge um den hei­ßen Brei her­um­re­den. Da­durch ver­lie­ren wir wert­vol­le Zeit bei der In­te­gra­ti­on. Wir dür­fen nicht die glei­chen Feh­ler ma­chen wie in den 90ern, als die Flücht­lin­ge vom Bal­kan ka­men. Da­mals wur­de es ver­säumt, die Aka­de­mi­ker für un­se­ren Ar­beits­markt zu ge­win­nen. Sie wan­der­ten in an­de­re Län­der ab. Das droht uns auch jetzt.

AL­PEN

Wir müs­sen die Men­schen ken­nen­ler­nen, die zu uns kom­men. Wenn je­der hun­derts­te Bür­ger ver­sucht, ein bis drei Flücht­lin­ge per­sön­lich zu tref­fen und sich zu küm­mern, wä­re das ein sehr gu­ter An­fang. In un­se­rem Dorf le­ben 150 Flücht­lin­ge, und es gibt 13.000 Ein­woh­ner. Je­de Hand, die ge­schüt­telt wird, je­des Ge­sicht, das zu­rück­lä­chelt, hilft da­bei, dass die Men­schen nicht an­onym blei­ben. Vie­le wer­den mer­ken, dass es ei­ne Be­rei­che­rung ist. Man guckt nicht nur nach oben und sieht, was man nicht hat, son­dern auch, wie gut es ei­nem selbst geht. Und dass man die Mög­lich­keit hat zu hel­fen.

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