Be­ne­fiz­kon­zert für Flücht­lin­ge

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON ANN-LEA WOITGE

Das Be­ne­fiz­kon­zert im Go­cher Ka­s­tell war ein Er­folg. Ein Mix aus Hel­fern und Pu­bli­kum ha­ben sich an den Spen­den für die Flücht­lin­ge be­tei­ligt. Der ge­sam­te Ein­tritt und Ge­winn aus dem Ge­trän­ke­ver­kauf ging an Kle­ver Flücht­lin­ge.

GOCH/KLE­VE Vor sechs Wo­chen hat­te Hil­la Hei­en ei­ne Idee und sie hat ei­nen Ent­schluss ge­fasst: Was die Flücht­lin­ge in Kle­ve wirk­lich brau­chen, sind nicht un­be­dingt nur Klei­dungs­stü­cke. Sie brau­chen Geld, um sich bei­spiels­wei­se Bü­cher für Sprach­kur­se, Kin­der­wa­gen oder

Hil­la Hei­en Mö­bel zu kau­fen: „Die Idee für die­sen Abend kam mir, als ich die Flücht­lin­ge in ih­rer Not­un­ter­kunft in Kel­len be­sucht und mich mit ei­ni­gen auf Englisch un­ter­hal­ten ha­be, so weit wir uns ge­gen­sei­tig ver­stan­den ha­ben. Ih­re Le­bens­si­tua­ti­on hat mich sehr ge­trof­fen“, sagt Hei­en, die Or­ga­ni­sa­to­rin des Be­ne­fiz­kon­zer­tes bei der Er­öff­nung.

Hei­en wol­le sich jetzt für die Kle­ver Flücht­lin­ge ein­set­zen – ge­sagt, ge­tan: Am Sams­tag Abend fand im Go­cher Ka­s­tell ein Be­ne­fiz­kon­zert als Bun­ter Abend statt. Be­glei­tet von vie­len Künst­lern und Hel­fern war es ein vol­ler Er­folg. Der Saal war mit Gäs­ten ge­füllt, die von der Idee an­ge­tan wa­ren und so bei ei­ner schö- nen At­mo­sphä­re die Mög­lich­keit hat­ten, zu hel­fen. Ge­mein­sam mit zwei Freun­den ha­be Hei­en nach die­sem Tag die Ent­schei­dung ge­trof­fen und den Bun­ten Abend ge­plant: Jetzt müs­se was ge­sche­hen.

Zahl­rei­che Ak­teu­re sind am Wo­che­n­en­de beim Kon­zert auf­ge­tre­ten: Vom Kin­der­chor der Fly­ing Fa­mil­li, über Kla­vier­spie­ler und So­lo- sän­ger, bis hin zu Zau­ber­künst­lern und Tän­zern wa­ren ver­tre­ten. „Die Künst­ler kom­men aus dem Kreis Kle­ve, We­sel und Düsseldorf“, sagt Hei­en. Al­le sei­en oh­ne ei­ne Ga­ge auf­ge­tre­ten. Der Ein­tritt von zehn Eu­ro pro Per­son wird an die Flücht­lin­ge aus Kle­ve wei­ter­ge­ge­ben. Eben­so der Ge­winn aus dem Ge­trän­ke­ver­kauf, der von Po­ort­je Jänt- je ge­spons­ort wur­de. Au­ßer­dem wur­de ei­ne Spen­den­box auf­ge­stellt, die wäh­rend des Abends ge­füllt wer­den konn­te. Der Zwi­schen­stand der Spen­den konn­te im Lau­fe des Abends auf ei­ner Lein­wand ver­folgt wer­den: „So kön­nen die Gäs­te se­hen, was sie be­reits er­reicht ha­ben und wie viel sie schon ge­hol­fen ha­ben“, er­klärt die Initia­to­rin des Abends. Pas­send zum Mot­to „BinD­a­bei“.

„Die Idee für das Mot­to kam da­her, dass al­le, die ich ge­fragt ha­be, ob sie bei dem Abend hel­fen wol­len ge­sagt ha­ben, dass sie da­bei sei­en“, sagt sie la­chend. Auch hier wer­de deut­lich, dass die Kle­ver ger­ne hel­fen möch­ten. Ver­bän­de wie bei­spiels­wei­se Ca­ri­tas, die Spar­kas­se, das Wun­der­land Kal­kar oder die Volks­bank be­tei­li­gen sich eben­falls mit ei­ner Spen­de beim Be­ne­fiz­kon­zert.

Vie­le jun­ge und äl­te­re Künst­ler ha­ben an dem Abend mit­ge­macht. Auch das Pu­bli­kum war von jung bis alt ver­tre­ten - eben­falls ein Be­weis da­für, dass die Kle­ver sich al­le für das The­ma Flücht­lin­ge en­ga­gie­ren. Als „Eh­ren­gäs­te“wa­ren 20 Flücht­lin­ge aus dem Kreis Kle­ve ein­ge­la­den, zu de­ren Eh­ren die Ver­an­stal­tung or­ga­ni­siert wer­den konn­te. Hil­la Hei­en hieß die Flücht­lin­ge dann auch in ih­rer Spra­che will­kom­men.

Be­son­de­re Ex­tras ha­ben den Abend noch ein we­nig aus­ge­fal­le­ner ge­macht. Bei­spiels­wei­se wur­de das Kla­vier­stück von dem Nach­wuch­spia­nis­ten Jan­nik Fi­bach aus We­sel von Ex­klu­siv­bil­dern über die Flucht­ak­tio­nen be­glei­tet. Die Bil­der ha­be die Ta­ges­show des ARD ex­tra für den Be­ne­fiz-Abend zur Ver­fü­gung ge­stellt, so Hei­en. Bei der ge­müt­lich-lus­ti­gen At­mo­sphä­re konn­te der Abend ge­fei­ert wer­den.

„Je­der, dem ich von der Idee er­zählt ha­be,

war so­fort da­bei“

Initia­to­rin des Be­ne­fiz­kon­zer­tes

RP-FO­TO: GOTT­FRIED EVERS

Auch für „Sa­xet­te“war klar: „BinD­a­bei“, wie auch das Mot­to des Be­ne­fiz­kon­zer­tes lau­te­te.

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