„Bin da­bei“: Bro­te für die Flücht­lings­hil­fe

Rheinische Post Goch - - BLICKPUNKT KLEVE - VON MO­NI­KA HARTJES

Herbst­markt in Kal­kar bei herr­li­chem Wet­ter: Im „Gän­se­füss­chen-Tem­po“ging es für Tau­sen­de Gäs­te vor­wärts über den über­füll­ten Markt­platz. Aus­stel­ler lob­ten die Su­per-At­mo­sphä­re zwi­schen den his­to­ri­schen Bau­wer­ken der Ni­co­lai­stadt.

KAL­KAR Das schö­ne Herbst­wet­ter – Käl­te und Son­nen­schein – zog zahl­rei­che Be­su­cher zum Herbst­markt nach Kal­kar. Die ge­öff­ne­ten Ge­schäf­te lu­den zum Bum­mel ein. Vie­le wa­ren mit dem Fahr­rad ge­kom­men, trotz­dem gab es kei­ne Park­plät­ze mehr in der In­nen­stadt. Zeit­wei­se ka­men die Men­schen auf dem Markt und in der Ge­schäfts­stra­ße nur im „Gän­se­füss­chen-Tem­po“vor­wärts. Bunt, ab­wechs­lungs­reich, krea­tiv und viel­sei­tig zeig­te sich der Herbst­markt. Hier gab es al­les, was

„Die Leu­te su­chen oft et­was Au­ßer­ge

wöhn­li­ches“

Pe­ter Mül­ler

Aus­stel­ler aus Dort­mund

das Herz be­gehr­te: Trö­del wie Pe­tro­le­um- und Gru­ben­lam­pen bis hin zu al­tem Schmuck und Omas Por­zel­lan, Klei­dung für je­de Jah­res­zeit und je­des Al­ter, Spiel­zeug von Baustei­nen bis zu Play­Sta­ti­on-Spie­len, aber auch schon weih­nacht­li­che De­ko­ra­tio­nen wie Schwipp­bö­gen, Ni­ko­laus-Glas­bil­der und En­gel zum Auf­hän­gen. Be­son­ders war der Baum­schmuck, den Pe­ter und Re­gi­na Mül­ler aus Dort­mund an­bo­ten. Da gab es Eiss­ter­ne, ei­nen Eis­bä­ren und ei­ne Elch-Uhr in Form ei­ner Ku­ckucks­uhr im Mi­ni­for­mat. „Die Leu­te su­chen oft et­was Au­ßer­ge­wöhn­li­ches, um es in ih­ren Baum zu hän­gen“, hat Pe­ter Mül­ler fest­ge­stellt. Er sei zum ers­ten Mal auf dem Kal­ka­rer Herbst­markt. „Hier herrscht ei­ne su­per At­mo­sphä­re und das hier ist ein tol­ler Stand­ort zwi­schen den his­to­ri­schen Ge­bäu­den“, lob­te er.

Vie­le Men­schen zog die Brot­backVer­kaufs­ak­ti­on an, in­iti­iert von der Kal­kare­rin Hil­la Hei­en im Rah­men der gro­ßen „Bin-da­bei“-Flücht­lings­hil­fe. Un­ter­stützt von der Bä­cke­rei Ref­fe­ling und zahl­rei­chen Spon­so­ren wur­den Hun­der­te von Bro­ten vor Ort im Holz­ofen ge­ba­cken und ver­kauft. „Ich freue mich, dass so vie­le un­ser Brot kau­fen, denn es dient dem gu­ten Zweck“, sag­te Hil­la Hei­en, die sich im schi­cken Dirndl zeig­te. Der Ver­kaufs­preis von drei Eu­ro pro Stück geht oh­ne Ab­zug in die Flücht­lings­hil­fe der nie­der­rhei­ni­schen Kom­mu­nen. „In drei St­un­den ha­ben wir be­reits fast 400 Bro­te ver­kauft“, er­zähl­te Marg­ret Gie­sel, die ge­mein­sam mit ih­rer Toch­ter Leo­nie die le­cke­ren Bro­te an den Frau und den Mann brach­te. Die bei­den Bä­cker der Bä­cke­rei Ref­fe­ling, Andre­as Vogt und Andre­as Le­nings, sorg­ten für Nach­schub. Un­ter­stützt wur­de die Bind­a­bei-Ak­ti­on auch von der Tou­ris­tik-In­for­ma­ti­on Kal­kar mit zehn Gut­schei­nen für „Früh­stücks­ge­schich­ten“und zehn Gut­schei­nen für das Pro­gramm „Kunst & Ku­li­na­ri­sches“.

Auch auf dem Bü­cher­markt rund um die Kir­che war rich­tig was los. Hier konn­ten sich die Be­su­cher mit Schmö­kern für lan­ge Win­ter­aben­de ein­de­cken, zu güns­ti­gen Prei­sen. Das hal­be Dut­zend Ro­ma­ne gab es für 15 Eu­ro, fünf Do­nald-Duck-Ta­schen­bü­cher für zehn Eu­ro. Aber auch Ra­ri­tä­ten und his­to­ri­sche Bü- cher konn­te man ent­de­cken. Auf dem Kin­der-Trö­del­markt ver­kauf­te Lil­ly Schel­len­ber­ger mit Ma­ma Si­mo­ne eif­rig ih­re zu klein ge­wor­de­ne Klei­dung und al­te Spiel­sa­chen. „Ich spa­re für et­was Neu­es, ich möch­te den Po­ny­hof von Schleich kau­fen“, er­zähl­te die Sechs­jäh­ri­ge.

Sch­le­hen-Him­bee­ren-Saft, Ho­lun­der­blü­ten­ge­lee, Him­bee­ren in Wod­ka und vie­le an­de­re selbst ge­mach­te Spe­zia­li­tä­ten gab es am Stand von Bea­te und Ewald Janhsen.

„Wir hat­ten hier frü­her ein Ge­schäft mit Blu­men, Obst und Ge­mü­se. Jetzt ist es un­ser Hob­by, aus den Früch­ten un­se­res Gar­tens sel­ber et­was her­zu­stel­len“, sag­te der Se­ni­or. Auch Ge­ste­cke und wun­der­schö­ne Herbst­krän­ze hat­te das Ehe­paar in sei­nem Sor­ti­ment.

An die­sem herr­li­chen Herbst­markt-Tag sah man nur gut ge­laun­te Ge­sich­ter, al­le ka­men auf ih­re Kos­ten: Das Wet­ter lud zum Ver­wei­len ein, man hat­te Zeit für ein Ge­spräch mit Nach­barn und Freun­de, die Fa­mi­lie konn­te in Ru­he schon mal ers­te Weih­nachts­ge­schen­ke aus­su­chen.

Die Händ­ler hat­ten vie­le Kun­den und auch die Ca­fés und Re­stau­rants wa­ren gut ge­füllt.

RP-FO­TO: GOTT­FRIED EVERS

Men­schen­mas­sen auf dem Markt: Das Herbst­fest lock­te in die Kal­ka­rer In­nen­stadt.

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