Tran­sit­zo­nen wir­ken in ers­ter Li­nie als Si­gnal

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON BIRGIT MAR­SCHALL

Mit Zäu­nen wer­den wir das Pro­blem nicht lö­sen, sagt die Bun­des­kanz­le­rin mit Recht. Wenn sie sich nun trotz­dem dem baye­ri­schen Druck beugt und der Ein­rich­tung von Tran­sit­zo­nen für Asyl­be­wer­ber an der Gren­ze zu­stimmt, be­deu­tet dies zwar noch kei­ne grund­sätz­li­che Kurs­kor­rek­tur der li­be­ra­len Flücht­lings­po­li­tik Mer­kels. Es mar­kiert aber ei­nen ers­ten Schwenk. Mit der Ein­rich­tung der Tran­sit­zo­nen – wenn sie denn je­mals Rea­li­tät wer­den – wür­de Deutsch­land erst­mals in die­ser Kri­se ein wirk­lich sicht­ba­res Si­gnal in die Welt sen­den, das sei­ne Gren­zen eben doch nicht sperr­an­gel­weit of­fen ste­hen.

Um eben die­ses Si­gnal geht es, mehr aber auch nicht. Denn na­tür­lich wer­den sol­che War­te­zo­nen Flücht­lin­ge nicht auf­hal­ten, nach Deutsch­land zu kom­men. Wer kom­men will, wird wis­sen, wo er die 3000 Ki­lo­me­ter lan­ge deut­sche Au­ßen­gren­ze über­que­ren muss, oh­ne in ei­ne Tran­sit­zo­ne zu ge­ra­ten.

Zu­dem ist si­cher zu hin­ter­fra­gen, ob es mög­lich ist und mög­lich sein darf, über ein Asyl­ge­such in­ner­halb we­ni­ger Ta­ge zu ent­schei­den, wenn dies bis­her erst nach fünf Mo­na­ten ge­lingt. Doch der Er­halt des so­zia­len Frie­dens im In­land wird am En­de auch über dem Ar­gu­ment der zu gro­ßen Här­te ste­hen müs­sen. BE­RICHT

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