Win­ter­korn muss ge­hen

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON GE­ORG WIN­TERS

Na­tür­lich gilt für Mar­tin Win­ter­korn in Sa­chen Die­sel-Be­trug bei VW die Un­schulds­ver­mu­tung, bis das Ge­gen­teil be­wie­sen ist. Ge­nau­so selbst­ver­ständ­lich wä­re es aber, wenn Win­ter­korn al­le Äm­ter im Kon­zern ru­hen lie­ße. Ein Mann, der im Ver­dacht steht, am Be­trug be­tei­ligt ge­we­sen zu sein oder ihn zu­min­dest zu­ge­las­sen zu ha­ben, kann kei­ne Auf­ga­be bei VW über­neh­men, so lan­ge nicht al­les ge­klärt ist. Al­les an­de­re er­weckt den Ver­dacht der Mau­sche­lei in ei­nem Kon­zern, der doch rück­halt­lo­se Auf­klä­rung ver­spricht. Win­ter­korns Rück­zug ist über­fäl­lig.

Kon­se­quent wä­re es, wenn er auch sein Amt als Auf­sichts­rat des FC Bay­ern ru­hen lie­ße. Win­ter­korn sagt, die Auf­ga­be beim Fuß­ball-Re­kord­meis­ter ha­be nichts mit VW zu tun. Stimmt. Aber: Win­ter­korn sitzt dort als Ver­tre­ter des Ak­tio­närs Au­di. Wenn er den Au­to­bau­er nicht kon­trol­lie­ren kann, wie kann er ihn dann re­prä­sen­tie­ren? Bleibt er, ver­mit­telt dies den Ein­druck, als sei die Auf­ga­be beim FC Bay­ern ein be­deu­tungs­lo­ser Ne­ben­job, den man auch mit schlech­tem Le­u­mund ma­chen kann. Das macht Win­ter­korn un­glaub­wür­dig, und es scha­det dem Fuß­ball. BE­RICHT

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