Mat­teo Ren­zi setzt in Ita­li­en Ver­fas­sungs­re­form durch

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

ROM (jmm) Der ita­lie­ni­sche Se­nat hat ges­tern ei­ne mit Span­nung er­war­te­te Ver­fas­sungs­re­form ver­ab­schie­det. Da­mit soll die zwei­te Kam­mer des ita­lie­ni­schen Par­la­ments ver­klei­nert und in ih­ren Kom­pe­ten­zen ein­ge­schränkt wer­den. Für den Ent­wurf stimm­ten 179 Se­na­to­ren bei 16 Ge­gen­stim­men und sie­ben Ent­hal­tun­gen. Die Re­form ist Teil der Be­stre­bun­gen von Mi­nis­ter­prä­si­dent Mat­teo Ren­zi, den Staats­ap­pa­rat ef­fi­zi­en­ter zu gestal­ten. Ab­ge­ord­ne­ten­haus und Se­nat sol­len sich in Ita­li­en nicht mehr ge­gen­sei­tig blo­ckie­ren kön­nen.

Die Ver­fas­sung der Re­pu­blik Ita­li­en hat ei­ne ähn­li­che Ge­schich­te wie das deut­sche Grund­ge­setz. Nach dem En­de des Fa­schis­mus woll­te die ver­fas­sungs­ge­ben­de Ver­samm­lung mit den Mit­teln der Ge­wal­ten­tei­lung vor al­lem das Auf­kom­men au­to­ri­tä­rer Re­gimes ver­hin­dern. In Ita­li­en hat­te das ei­nen ex­trem aus­ge­wo­ge­nen und kom­pli­zier­ten Ge­setz­ge­bungs­pro­zess zur Fol­ge, der nun we­sent­lich ver­ein­facht wird.

Die Ent­schei­dung ist ei­ner der Schlüs­sel­mo­men­te für die seit Fe­bru­ar 2014 am­tie­ren­de Re­gie­rung Ren­zis, der an­ge­tre­ten war mit dem Ver­spre­chen, Ita­li­en und sei­ne In­sti­tu­tio­nen auf Vor­der­mann zu brin­gen. Der 40-jäh­ri­ge Pre­mier, zu­gleich Vor­sit­zen­der der De­mo­kra­ti­schen Par­tei, kann sich die Ver­ab­schie­dung der Ver­fas­sungs­re­form stolz auf die Fah­nen schrei­ben.

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