Bei Strauss In­no­va­ti­on fal­len rund 500 Jobs weg

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT - VON GE­ORG WIN­TERS

Die Deut­sche Mit­tel­stand­s­hol­ding über­nimmt den in­sol­ven­ten Kon­zern und will zwei Drit­tel der Fi­lia­len er­hal­ten.

LAN­GEN­FELD Das In­sol­venz­ver­fah­ren bei der Han­dels­ket­te Strauss In­no­va­ti­on en­det mit ei­ner gu­ten und ei­ner schlech­ten Nach­richt.

Die gu­te: Es gibt ei­nen neu­en In­ves­tor. Die deut­sche Mit­tel­stand­s­hol­ding (Frankfurt) über­nimmt et­wa zwei Drit­tel der Fi­lia­len, den On­line-Shop und Tei­le der Haupt­ver­wal­tung in Lan­gen­feld; da­mit kommt Strauss In­no­va­ti­on nicht kom­plett un­ter die Rä­der.

Die schlech­te: Von den et­wa 1100 Mit­ar­bei­tern in der Haupt­ver­wal­tung, der Lo­gis­tik-Zen­tra­le in So­lin­gen und den 77 Nie­der­las­sun­gen ver­lie­ren mehr als 500 ih­ren Job. Der Stand­ort So­lin­gen wird eben­so ge- schlos­sen wie ein Drit­tel der Zweig­stel­len. „Das Weih­nachts­ge­schäft wird in die­sen Häu­sern noch kom­plett ab­ge­wi­ckelt, bis En­de Ja­nu­ar 2016 wer­den die Fi­lia­len dann ge­schlos­sen“, sag­te ges­tern ein Spre­cher des Un­ter­neh­mens un­se­rer Re­dak­ti­on. Wel­che Häu­ser das sein wer­den, steht nach An­ga­ben des Un­ter­neh­mens noch nicht fest.

Über den Kauf­preis wur­den kei­ne An­ga­ben ge­macht. Recht­lich soll das Ge­schäft An­fang No­vem­ber über die Büh­ne ge­hen. Bis da­hin soll auch klar sein, für wel­che Fi­lia­len und Mit­ar­bei­ter es wie wei­ter­geht. Die ex­ak­te Pla­nung wer­de der­zeit noch in Ab­spra­che mit den Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten „fi­na­li­siert“, hieß es. Das heißt: Die Un­ter­neh­mens­füh- rung han­delt mit den Be­triebs­rä­ten ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich und ei­nen So­zi­al­plan aus. Der neue In­ves­tor ha­be als Co-In­ves­to­ren und Bei­rats­mit­glie­der er­fah­re­ne Un­ter­neh­mer aus dem Ein­zel­han­del ein­ge­bun­den, teil­te Strauss ges­tern mit. Da­bei han­delt es sich un­ter an­de­rem um den frü­he­ren Wool­wor­t­hGe­schäfts­füh­rer und Mit­ei­gen­tü­mer Die­ter Schin­del und des­sen Sohn Alex­an­der.

Strauss, des­sen Fi­lia­len vor­wie­gend in Nord­rhein-West­fa­len lie­gen, hat­te im Ju­ni die­ses Jah­res ei­nen In­sol­venz­an­trag ge­stellt – nach ei­nem schwa­chen Früh­jahr, in dem die Grup­pe zu we­nig Geld ver­dient hat­te, um her­nach die Win­ter-Kol­lek­ti­on noch be­zah­len zu kön­nen. „Oh­ne In­ves­tor kön­nen wir das Ge­schäft bis Weih­nach­ten wei­ter­füh­ren, aber nicht auf Dau­er“, hat­te In­sol­venz­ver­wal­ter Horst Pie­pen­burg im Sep­tem­ber er­klärt.

Es war be­reits das zwei­te Mal, dass dem 1902 in Dü­sel­dorf ge­grün­de­ten Un­ter­neh­men die Zah­lungs­un­fä­hig­keit droh­te. Im Ja­nu­ar 2014 hat­te Strauss ein Schutz­schir­mVer­fah­ren be­an­tragt, um das be­reits da­mals mit ho­hen Ver­lus­ten kämp­fen­de Un­ter­neh­men neu aus­rich­ten zu kön­nen. Bei der Re­struk­tu­rie­rung im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren 17 un­pro­fi­ta­ble Fi­lia­len in Deutsch­land ge­schlos­sen wor­den. Rund 200 Mit­ar­bei­ter ver­lo­ren da­durch ih­ren Ar­beits­platz. Jetzt steht die nächs­te Ent­las­sungs­wel­le be­vor.

FO­TO: UMI

Die Han­dels­ket­te Strauss In­no­va­ti­on hat 77 Fi­lia­len.

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