Gut­ver­die­ner müs­sen mehr für Ren­ten­kas­se zah­len

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT - VON ANT­JE HÖ­NING

Die neue Be­mes­sungs­gren­ze trifft 1,5 Mil­lio­nen Ver­si­cher­te. Der Wech­sel zur pri­va­ten Kran­ken­kas­se wird schwe­rer.

BERLIN Gut­ver­die­ner müs­sen 2016 mehr Geld für ih­re so­zia­le Ab­si­che­rung aus­ge­ben, auch wenn die Bei­trä­ge nicht stei­gen. Denn zum Jah­res­wech­sel er­höht die Bun­des­re­gie­rung er­neut die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen: um 2,7 Pro­zent für die Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung (bun­des­weit) und um 2,5 Pro­zent für die Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung (West). Das geht aus der Re­chen­grö­ßen-Ver­ord­nung 2016 her­vor, die das Bun­des­ka­bi­nett heu­te ver­ab­schie­den will.

Ren­ten­ver­si­che­rung Da­nach steigt die Be­mes­sungs­gren­ze für die Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung (West) um 150 Eu­ro auf 6200 Eu­ro im Mo­nat. Das heißt: Künf­tig wer­den bis zu ei­nem Brut­to­ge­halt von 6200 Eu­ro Bei­trä­ge fäl­lig. Erst für Ge­halt dar­über hin­aus sind kei­ne Ab­ga­ben zu zah­len. Bei ei­nem Bei­trags­satz von der­zeit 18,7 Pro­zent er­höht sich die mo­nat­li­che Be­las­tung der Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer al­lein für die Ren­te um gut 28 Eu­ro auf 1159 Eu­ro. Von der An­he­bung sind bun­des­weit 1,5 Mil­lio­nen Ver­si­cher­te be­trof­fen. Kran­ken­ver­si­che­rung Auch die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze zur ge­setz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung wird an­ge­ho­ben – und zwar um 112,50 Eu­ro auf 4237,50 Eu­ro im Mo­nat. Bei ei­nem all­ge­mei­nen Bei­trags­satz in der Kran­ken­ver­si­che­rung von 14,6 Pro­zent er­höht sich da­mit die mo­nat­li­che Be­las­tung für Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer um gut 16 Eu­ro auf 619 Eu­ro. Wech­sel zur Pri­vat­ver­si­che­rung Zu­dem er­schwert die Bun­des­re­gie­rung den Wech­sel von der ge­setz­li­chen in die pri­va­te Kran­ken­ver­si- che­rung. Die hier­für maß­geb­li­che Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze wird von 4575 Eu­ro im Mo­nat auf 4687,50 Eu­ro an­ge­ho­ben. Das heißt: Bis­her kön­nen An­ge­stell­te ab ei­nem Brut­to­lohn von 4575 Eu­ro ent­schei­den, ob sie in der ge­setz­li­chen Kas­se blei­ben oder in ei­ne pri­va­te Ver­si­che­rung wech­seln wol­len. 2016 müs­sen sie da­für min­des­tens 4687,50 Eu­ro ver­die­nen. Wer we­ni­ger hat, bleibt Pflicht­mit­glied der Kas­sen.

Die Re­gie­rung hebt je­des Jahr die Gren­zen an, da­mit die So­zi­al­kas­sen an den stei­gen­den Ein­kom­men be­tei­ligt wer­den. Die Deut­sche Ren- ten­ver­si­che­rung be­ton­te ges­tern, dass die Fest­le­gung nach ei­nem ge­setz­lich fest­ge­leg­ten Mecha­nis­mus er­fol­ge und sich an der Ent­wick­lung der Löh­ne ori­en­tie­re. „Oh­ne die An­pas­sung wür­den Spit­zen­ver­die­ner bei den Bei­trä­gen ent­las­tet. Die Las­ten wür­den bei den un­te­ren Ein­kom­mens­grup­pen blei­ben.“

Vor­gän­ger von So­zi­al­mi­nis­te­rin Andrea Nah­les wie Ul­la Schmidt hat­ten den Stich­tag ger­ne ge­nutzt, um Gut­ver­die­ner über den Au­to­ma­tis­mus hin­aus stär­ker zur Kas­se zu bit­ten oder in der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung fest­zu­hal­ten.

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