Zu vie­le be­hä­bi­ge Le­ser

Rheinische Post Goch - - KULTUR -

Die Frank­fur­ter Buch­mes­se ist ja die welt­größ­te und jetzt so­gar noch ein Stück grö­ßer ge­wor­den. Sie be­ginnt prak­tisch schon bei Düsseldorf, im Zug näm­lich, der rap­pel­voll mit Bü­cher­men­schen ist.

Und das hat Fol­gen. Die Ver­spä­tun­gen wer­den von Bahn­hof zu Bahn­hof grö­ßer und die Aus­re­den der Zug­be­glei­ter in­tel­lek­tu­ell im­mer hilfs­be­dürf­ti­ger. Schließ­lich wird über die krat­zen­den Laut­spre­cher über uns ver­kün­det, dass die Grün­de hier­für das ho­he Pas­sa­gier­auf­kom­men ei­ner­seits und di­ver­se Ver­zö­ge­run­gen beim Ein­stieg in den Zug an­de­rer­seits sei­en. Ver­we­gen zu­sam­men­ge­fasst kann das doch nur hei­ßen: Für die Deut­sche Bahn exis­tie­ren ein­fach zu vie­le be­hä­bi­ge Le­ser.

Trotz­dem er­rei­chen wir Frankfurt noch am glei­chen Tag – und ma­chen uns dort so­fort nach In­do­ne­si­en auf. Der Pa­vil­lon des dies­jäh­ri­gen Mes­se-Gast­lan­des ist ei­gent­lich so wie im­mer: ei­ne gren­zen­lo­se Spiel­wie­se für ma­nisch-am­bi­tio­nier­te Ar­chi­tek­tur-De­si­gner, die es ir­gend­wann zur ve­ne­zia­ni­schen Bi­en­na­le schaf­fen wol­len. Dies­mal hat sich ein Mann na­mens Mu­ham­mad Tha­rim aus­ge­tobt. Ziem­lich schumm­rig ist es in der Hal­le mit lan­gen Text­fah­nen von der Hal­len­de­cke; es wird mun­ter ge­trom­melt, heiter ge­tanzt und mit dem un­ge­wohnt mas­si­ven Ein­satz von lan­des­ty­pi­schen Ge­wür­zen ein Aro­ma ver­brei­tet, wie es Hes­sen noch nicht er­lebt hat. Bü­cher gibt es aber auch – Koch­bü­cher in nicht ge­rin­ger Zahl.

Und dann wer­den auch noch die In­seln des no­to­risch un­ter­schätz­ten Lan­des vor­ge­stellt. Nichts für un­gut, aber nach zehn Mi­nu­ten bin ich ge­türmt. Wir wa­ren gera­de beim zwei­ten Ei­land an­ge­langt. In­do­ne­si­en aber hat da­von 17.000.

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