PRÄ­SEN­TIERT VON DEN SPAR­KAS­SEN IN GEL­DERN, STRAE­LEN UND GOCH-KEVE­LA­ER-WEE­ZE Al­les für die Wür­ze in der Kü­che

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON MICHAEL KLATT

Gar­ten­bau und Land­wirt­schaft ste­hen im Mit­tel­punkt der RP-Se­rie, die sich mit in­no­va­ti­ven und krea­ti­ven Un­ter­neh­men im Gel­der­land be­schäf­tigt. Heu­te geht es um den Strae­le­ner Gar­ten­bau­be­trieb Ran­kers, der sich auf Kräu­ter spe­zia­li­siert hat.

GEL­DER­LAND Das Au­ge ba­det in end­lo­sen Wei­ten von Grün. Noch mehr Ein­drü­cke aber hat in dem Fo­li­en­haus die Na­se zu ver­ar­bei­ten. Ei­ne schier un­end­li­che Viel­falt von Ge­rü­chen strömt auf sie ein. Aus­ge­hend von zig­tau­send Töp­fen, in de­nen un­ter an­de­rem Lieb­stö­ckel und Ba­si­li­kum ge­pflanzt sind, Es­tra­gon und Min­ze, al­lein die­se in meh­re­ren Sor­ten. Al­les, was für die Wür­ze in der Kü­che sorgt, ist die Spe­zia­li­tät des Strae­le­ner Gar­ten­bau­be­triebs Ran­kers.

In dem Un­ter­neh­men von Wil­li und Ade­le Ran­kers, das am Schreurs­weg in Holt an­säs­sig ist, wächst mit den Ge­schwis­tern Dan­ny (29) und Swen (23) Ran­kers die drit­te Ge­ne­ra­ti­on her­an. Einst han­del­te es sich um ei­nen „nor­ma­len“Zier­pflan­zen­be­trieb. Bis Nor­bert Ran­kers, der On­kel der Ge­schwis­ter, die Idee hat­te, auf Kräu­ter um­zu­stel­len. „Der bio­lo­gi­sche Ge­dan­ke spiel­te da­bei die ent­schei­den­de Rol­le“, er­in­nert sich der 42-Jäh­ri­ge. Die­se Pro­duk­ti­ons­wei­se woll­te er an Kräu­tern aus­pro­bie­ren.

Im Jahr 1997 wur­den ers­te Bi­oS­tell­flä­chen an­ge­legt. Nach und nach wuchs der Kräu­ter­an­teil. „Jetzt ist hier al­les bio“, um­reißt Nor­bert Ran­kers den seit fünf Jah­ren gül­ti­gen Sta­tus quo auf den ins­ge­samt 1,8 Hekt­ar un­ter Glas und Fo­lie und 0,6 Hekt­ar Frei­land. Bio heißt un­ter an­de­rem: Ver­zicht auf che­mi­sche Pflan­zen­schutz­mit­tel und Kunst­dün­ger. Wo­bei es laut Ran­kers am An­fang schwie­rig war, ge­eig­ne­te Jung­pflan­zen zu be­kom­men. Mitt­ler­wei­le pro­du­ziert das Un­ter­neh­men 90 Pro­zent der Pflan­zen selbst. „Da weiß ich, was mit den Pflan­zen pas­siert ist“, sagt Swen Ran­kers, der Meis­ter ist, wäh­rend sei­ne Schwes­ter Dan­ny ei­ne Aus­bil­dung zur Agrar­be­triebs­wir­tin hin­ter sich hat.

Wirt­schaft­lich sei die Um­stel­lung zu­nächst schwie­rig ge­we­sen, räumt Nor­bert Ran­kers ein. „Au­ßer den Flä­chen und der Tech­nik war al­les neu.“Viel Geld muss­te in die Wer­bung ge­steckt wer­den, wich­tig war auch die Mund­pro­pa­gan­da un­ter den Gar­ten­cen­tern. Nur dort, im Fach­han­del und im On­line-Shop olerum.de darf „La’Bio!“, die Kräu­ter­mar­ke von Ran­kers, ver­kauft wer­den. Zu­sätz­lich wer­den Zier­pflan­zen, zum Teil ess­bar, un­ter der Mar­ke „La Bio­ni­ta“ver­trie­ben, un­ter an­de­rem auch in Bau­märk­ten. An rund 200 fes­te Kun­den lie­fert das Un­ter­neh­men mitt­ler­wei­le sei­ne Pro­duk­te.

Die wer­den in drei Be­triebs­stel­len am Schreurs­weg an­ge­baut. „Al­le Be­triebs­sys­te­me, zum Bei­spiel für Was­ser und Dün­ger, sind ge­schlos­sen“, weist Swen Ran­kers auf ei­nen wei­te­ren Um­welt­as­pekt hin. 25 Mit­ar­bei­ter ins­ge­samt sind in den Spit­zen­zei­ten, von März bis Mit­te Ju­ni, be­schäf­tigt. „Die Sai­son wird im­mer län­ger, weil die Gar­ten­cen­ter län­ger ver­mark­ten“, weiß Swen Ran­kers.

Da­mit das gärt­ne­ri­sche Han­deln öko­no­misch sinn­voll be­glei­tet wird, ist Klaus Ja­kobs da. Der 56-Jäh­ri­ge ist bei der Spar­kas­se der Stadt Strae­len der für die Fa­mi­lie Ran­kers zu­stän­di­ge Kun­den­be­ra­ter. „Ich bin An­sprech­part­ner für al­le Fi­nanz­fra­gen“, sagt der Fach­mann, der dar­über hin­aus sei­ne Rol­le als Part­ner für das Un­ter­neh­men in Groß­buch­sta­ben her­aus­stel­len möch­te. Ne­ben Fi­nanz­pro­duk­ten all­ge­mein liegt sein Schwer­punkt auf För­der­mit­teln der land­wirt­schaft­li­chen Ren­ten­bank. „Das ist die För­der­bank für den Gar­ten­bau“, er­läu­tert Ja­kobs.

Seit Jahr­zehn­ten sind die Spar­kas­se Strae­len und die Fir­ma Ran­kers ver­bun­den. Kon­takt, so Swen Ran­kers, wer­de bei gro­ßen In­ves­ti-

Klaus Ja­kobs tio­nen auf­ge­nom­men. Re­gel­mä­ßig fin­det das Jah­res­ge­spräch in Ran­kers’ gu­ter Stu­be statt. Nicht zu­letzt die Nä­he vor Ort er­mög­licht es dem Kre­dit­in­sti­tut, im Fal­le ei­nes Fal­les schnell zu re­agie­ren.

Über­zeugt ist Ja­kobs von dem An­ge­bot bei Ran­kers. „Viel­falt statt Stan­dard, das macht es in­ter­es­sant.“Laut Nor­bert Ran­kers wird es ar­beits­tech­nisch im­mer kom­pli­zier­ter. Doch: „Je mehr Hand­ar­beit nö­tig ist, des­to bes­ser für uns, weil es im­mer we­ni­ger Kon­kur­renz gibt.“Jähr­lich wird die Pro­dukt­pa­let­te um­ge­stellt. Neue Kräu­ter kom­men, al­te, die viel­leicht nicht so nach­ge­fragt wur­den, flie­gen aus dem Sor­ti­ment. Zu den Neu­ig­kei­ten bei „La Bio­ni­ta“zäh­len in die­sem Jahr Gour­met-Kohl, Bio-La­ven­del, bei­de ess­bar, so­wie Tas­ty Vio­la, bei der sich die Blü­ten ver­zeh­ren las­sen. Und bei den Kräu­tern sind für 2016 zehn Neu­lin­ge ge­plant.

Ei­nem wei­te­ren Um­welt­ge­dan­ken hat sich der Gar­ten­bau­be­trieb Ran­kers ver­schrie­ben. Von je­dem Topf mit sei­nen Pro­duk­ten, der ver­kauft wird, ge­hen zwei Cent an „Na­tu­re Found“. Da­bei han­delt es sich nach An­ga­ben von Nor­bert Ran­kers ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on, die sich un­ter an­de­rem welt­weit um die Auf­fors­tung küm­mert.

„Viel­falt statt Stan­dard – das macht es in­ter­es­sant“

Kun­den­be­treu­er

RP-FO­TOS (2): OSTERMANN

In ei­nem Fo­li­en­haus des Gar­ten­bau­be­triebs Ran­kers in Holt prä­sen­tie­ren Dan­ny (29 Jah­re) und Swen Ran­kers (23 Jah­re) Kü­chen­kräu­ter und zum Teil ess­ba­re Zier­pflan­zen in Bio-Qua­li­tät.

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