Tür­kei durch Last-Mi­nu­te-Tor bei der EM da­bei

Rheinische Post Goch - - SPORT -

In­an ver­wan­delt ei­nen Frei­stoß zum 1:0-Sieg ge­gen Is­land. Hol­land bla­miert sich beim 2:3 ge­gen zehn Tsche­chen.

DÜSSELDORF (sid) Der Oran­je-Alb­traum ist wahr ge­wor­den, die EM 2016 in Frank­reich fin­det oh­ne die nie­der­län­di­sche Fuß­ball-Na­tio­nal­mann­schaft statt. Der Eu­ro­pa­meis­ter von 1988 un­ter­lag zum Ab­schluss der Qua­li­fi­ka­ti­on ge­gen Tsche­chi­en trotz Über­zahl nach ei­ner über wei­te Stre­cken schwa­chen Vor­stel­lung mit 2:3 (0:2) und be­en­de­te die Grup­pe A nur auf dem vier­ten Platz.

Die Tür­ken schaff­ten nach ei­nem 1:0 ge­gen Is­land durch ei­nen Tref­fer von Sel­cuk In­an (89.) als bes­ter Grup­pen­drit­ter den di­rek­ten Sprung zur EM, da Ka­sachs­tan in Lett­land mit 1:0 ge­wann. Da­durch fie­len die Gast­ge­ber auf den letz­ten Grup­pen­platz zu­rück. Ge­gen Ka­sachs­tan hat­ten die Tür­ken zwei­mal ge­won­nen, ge­gen Lett­land nur zwei­mal un­ent­schie­den ge­spielt – aber die bei­den Re­mis zähl­ten nun nicht mehr für die Be­rech­nung des bes­ten Grup­pen­drit­ten (bis da­hin: Un­garn), da­für aber die bei­den Sie­ge.

Die Nie­der­län­der kön­nen nach dem Ver­pas­sen der Play-offs wie ge­plant das Län­der­spiel am 17. No­vem­ber in Han­no­ver ge­gen Welt­meis­ter Deutsch­land be­strei­ten. Der Hof­fen­hei­mer Pa­vel Ka­de­ra­bek (24.) und Jo­sef Su­ral (35.) schock­ten die Gast­ge­ber mit ih­ren To­ren. Nach ei­ner Ro­ten Kar­te ge­gen Marek Su­chy (43./Not­brem­se) schöpf­ten die Nie­der­län­der Hoff­nung, doch ihr An­griffs­spiel blieb zu­nächst zu harm­los. Das Ei­gen­tor von Ro­bin van Per­sie (66.) war be­zeich­nend. Die To­re des Schal­kers Klaas-Jan Hun­te­laar (70.) und von van Per­sie (83.) ka­men zu spät.

Ob­wohl die Elf­tal erst­mals seit 1984 nicht an ei­ner EM-End­run­de teil­neh­men wird, muss Bonds­coach Dan­ny Blind zu­nächst kei­ne Kon­se­quen­zen be­fürch­ten. „Wir wer­den beim Ver­band nicht ver­rückt spie­len. Dan­ny sitzt auch nach dem Spiel ge­gen Tsche­chi­en noch auf der Trai­ner­bank. Ob das nun wäh­rend ei­nes Play-off-Du­ells ist oder bei ei­nem Freund­schafts­spiel. Das macht nichts aus“, hat­te Bert van Oost­veen, Di­rek­tor des nie­der­län­di­schen Ver­ban­des KNVB, be­reits vor der Be­geg­nung er­klärt. Van Oost­veen ver­wies auf den be­ste­hen­den Kon­trakt: „Er hat ei­nen Ver­trag bis ein­schließ­lich der WM 2018. Wir fin­den, dass Dan­ny auf dem gu­ten Weg ist, und er kann auf die Un­ter­stüt­zung des KNVB rech­nen.“Er mahn­te zu­gleich: „Die muss er auch von der nie­der­län­di­schen Be­völ­ke­rung er­hal­ten.“

Der ver­letzt feh­len­de Bay­ern-Star Ar­jen Rob­ben hat­te schon vor dem An­pfiff in der nicht aus­ver­kauf­ten Ams­ter­dam Are­na nicht mehr an den Ein­zug in die Play-offs ge­glaubt. „Es muss ein Fuß­ball-Wun­der pas­sie­ren“, hat­te er er­klärt. Das Wun­der blieb nach ei­ner schwa­chen Leis­tung aber aus und die ent­täusch­ten Zu­schau­er Pfif­fen nach dem 0:2 ih­re Spie­ler aus. Das Ei­gen­tor des zur zwei­ten Halb­zeit ein­ge­wech­sel­ten van Per­sie per Kopf nach ei­nem Eck­ball war der un­rühm­li­che Hö­he­punkt und Sinn­bild ei­ner ver­korks­ten Qua­li­fi­ka­ti­on.

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