Bo­rus­sia geht am Stock

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON STE­FAN KLÜTTERMANN

Jah­re­lang war der Glad­ba­cher Fuß­ball-Bun­des­li­gist von Ver­let­zun­gen weit­ge­hend ver­schont ge­blie­ben. In die­ser Sai­son aber wa­ren oder sind neun Pro­fis des Cham­pi­ons-Le­ague-Teil­neh­mers ver­letzt.

MÖN­CHEN­GLAD­BACH In den zu­rück­lie­gen­den vier Spiel­zei­ten war der Bo­rus­sia-Park das Bio­top größt­mög­li­cher kör­per­li­cher Un­ver­sehrt­heit in der Bun­des­li­ga. Die Bo­rus­sen wie­sen je­den­falls in die­sem Zei­t­raum mit Ab­stand die we­nigs­ten ver­let­zungs­be­ding­ten Aus­fäl­le al­ler Teams auf. Doch in die­sen Wo­chen ist das Bio­top spür­bar tro­cken­ge­legt. In die­sen Wo­chen hält der Ka­der ein üp­pi­ges La­za­rett be­reit. Neu­es­tes Mit­glied: Gra­nit Xha­ka. Der Schwei­zer zog sich, wie ei­ne Un­ter­su­chung ges­tern er­gab, im Län­der­spiel in Est­land ei­nen Au­ßen­band­riss im rech­ten Sprung­ge­lenk zu. Sein Ein­satz beim kom­men­den Bun­des­li­ga­spiel in Frankfurt (Sams­tag, 18.30 Uhr) ist da­mit zu­min­dest „frag­lich“, wie es der Ver­ein for­mu­liert. Der 23Jäh­ri­ge ist be­reits der ne­un­te Bo­rus­se, der in die­ser Sai­son ver­let­zungs­be­dingt für min­des­tens ein Pflicht­spiel pas­sen muss (sie­he In­fo­kas­ten).

Die Su­che nach den Grün­den für die plötz­li­che Seu­che fällt da­bei schwer. Denn ähn­lich wie bei der Fra­ge, war­um Glad­bach in die­ser Sai­son so vie­le Elf­me­ter ver­ur­sacht, gibt es auch in die­sem Fall nicht den ei­nen Grund, der al­les er­klärt. Kei­ne geg­ne­ri­sche Här­te, kei­ne Über­be­las­tung, kein fal­sches Trai­ning. „Es ist manch­mal schwer zu er­klä­ren. Ich glau­be nicht, dass das an den Trai­nings­me­tho­den liegt“, sagt To­ny Jantsch­ke, selbst gera­de erst von ei­ner hart­nä­cki­gen Wa­den­prel­lung ge­ne­sen. Am schlimms­ten hat es Ni­co Schulz und Patrick Herr­mann er­wischt, die mit Kreuz­band­ris­sen lan­ge aus­fal­len. Für die Ge­sichts­ver­let­zun­gen von Yann Som­mer (Na­sen­bein­bruch) und Mar­tin Stranzl (Bruch der Au­gen­höh­le) zeich­ne­ten die Team­kol­le­gen Os­car Wendt und Ha­vardt Nordtveit ver­ant­wort­lich.

Wie Xha­ka kehr­te auch Fa­bi­an John­son (USA) ges­tern mit ei­ner Ober­schen­kel­ver­let­zung von sei­ner Na­tio­nal­elf zu­rück. Wo­bei John­son von Coach Jür­gen Klins­mann mit dem Rüf­fel, „sei­ne Ein­stel­lung zum Team“mal zu über­den­ken, vor­zei­tig nach Hau­se ge­schickt wur­de. Klins­mann wirft ihm vor, bei der Nie­der­la­ge ge­gen Me­xi­ko pro­phy­lak­tisch um ei­ne Aus­wechs­lung ge­be­ten zu ha­ben und nicht et­wa we­gen ei­ner aku­ten Bles­sur.

Hat­te In­te­rims­trai­ner André Schu­bert vor sei­nem De­büt ge­gen Augs­burg vor drei Wo­chen noch das Glück ge­habt, in Herr­mann, John­son und Al­va­ro Do­m­in­guez drei Rück­keh­rer aus dem La­za­rett ge-

To­ny Jantsch­ke winn­brin­gend in sein Team ein­bau­en zu kön­nen, muss er so nun vor al­lem die Aus­fäl­le von eben Herr­mann und – viel­leicht auch – Xha­ka und John­son auf­fan­gen. Gera­de ein Feh­len des Schwei­zers wür­de schwer wie­gen, hat­te er doch zu­letzt mit Shoo­ting­star Mo Dahoud ei­ne sehr gut funk­tio­nie­ren­de Dop­pelsechs ge­bil­det.

Sie­ben Spie­le in 22 Ta­gen war­ten auf Bo­rus­sia ab Sams­tag. Das zehrt an den Kräf­ten. Und Ver­let­zungs­pech ist dann be­son­ders bit­ter.

„Ich glau­be nicht, dass das an den Trai­nings­me­tho­den

liegt“

Bo­rus­sia

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