US-„Play­boy“ver­zich­tet auf nack­te Frau­en

Rheinische Post Goch - - PANORAMA -

Das ame­ri­ka­ni­sche Ma­ga­zin will züch­ti­ger da­her­kom­men – die deut­sche Aus­ga­be bleibt frei­zü­gig.

LOS AN­GE­LES (dpa) Die Le­ser des ame­ri­ka­ni­schen Her­ren­ma­ga­zins „Play­boy“be­kom­men bald kei­ne nack­ten Frau­en mehr im Heft zu se­hen. „Die Zei­ten än­dern sich“, hieß es ges­tern in ei­nem State­ment der ame­ri­ka­ni­schen Re­dak­ti­on. „Das Bun­ny über­win­det die Nackt­heit.“Für die Käu­fer der deut­schen Aus­ga­be bleibt hin­ge­gen al­les beim Al­ten, wie de­ren Re­dak­ti­on be­ton­te.

Be­reits im vo­ri­gen Jahr hat­ten die „Play­boy“-Ma­cher die US-Web­sei­te ju­gend­frei­er ge­stal­tet, um auch auf so­zia­len Netz­wer­ken wie Face­book, Instagram und Twit­ter ak­tiv sein zu dür­fen. Die­se neue Web­sei­te, die so auf­ge­baut sei, dass man sie be­den­ken­los am Ar­beits­platz le­sen kön­ne, wer­de von vie­len Mil­lio­nen ge­nutzt, stell­te die US-Re­dak­ti­on her­aus. Das soll of­fen­sicht­lich nun auch Vor­bild für Print sein.

„Auf die Aus­rich­tung und die Gestal­tung des deut­schen ,Play­boy’ hat die Ent­schei­dung der Ame­ri­ka­ner kei­nen Ein­fluss“, sag­te der Chef­re­dak­teur von „Play­boy Deutsch­land“, Flo­ri­an Boi­tin. „Das heißt, wir hal­ten an un­se­rem er­folg­rei­chen Kon­zept auch in Zu­kunft fest“, sag­te er. Wie un­ab­hän­gig man sei, zei­ge schon, dass der deut­sche „Play­boy“in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren nur sechs von 60 US-Ti­tel­pro­duk­tio­nen über­nom­men ha­be.

Das US-Ma­ga­zin spürt die Kon­kur­renz durch Ero­tik im In­ter­net. Die Zei­ten hät­ten sich schlicht ge­än­dert, zi­tier­te die „New York Ti­mes“den „Play­boy“-Chef­ma­na­ger Scott Flan­ders. Den Kampf dar­um, un­be­klei­de­te Kör­per ab­bil­den zu dür­fen und Nackt­heit ge­sell­schafts­fä­hig zu ma­chen, ha­be der „Play­boy“schon lan­ge ge­won­nen. „Heu­te reicht ein Maus­klick, um sich je­den nur vor­stell­ba­ren se­xu­el­len Akt im In­ter­net her­un­ter­zu­la­den“, so Flan­ders. Nackt­auf­nah­men in Zeit­schrif­ten sei­en da­mit über­holt.

Der Ver­le­ger und Le­be­mann Hugh Hef­ner (89) hat­te den „Play­boy“1953 erst­mals her­aus­ge­bracht. Auf der Ti­tel­sei­te po­sier­te da­mals Ma­ri­lyn Mon­roe. Hef­ner ha­be dem neu­en Kurs zu­ge­stimmt, heißt es.

FO­TO: AP

Hugh Hef­ners Ma­ga­zin soll „sau­be­rer und mo­der­ner“wer­den.

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