Kla­gen der Städ­te end­lich ernst neh­men

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON DET­LEV HÜWEL

Noch ist die Hilfs­be­reit­schaft groß. Über­all in NRW un­ter­stüt­zen haupt- und eh­ren­amt­lich tä­ti­ge Men­schen die zu uns ge­lang­ten Flücht­lin­ge dar­in, sich in der neu­en Um­ge­bung zu­recht­zu­fin­den. Kei­ne leich­te Auf­ga­be an­ge­sichts des her­an­na­hen­den Win­ters. Doch di­cke De­cken und hei­ßer Tee für die­je­ni­gen, die in Leicht­bau-Zel­ten un­ter­ge­bracht sind, dürf­ten hier­zu­lan­de wohl kein Pro­blem dar­stel­len.

Die ent­schei­den­de Fra­ge lau­tet: Wel­che Per­spek­ti­ve ha­ben die­se Men­schen? Sie wol­len auf Dau­er ei­ne ver­nünf­ti­ge Un­ter­kunft, wol­len Ar­beit und Geld ver­die­nen und für ih­re Kin­der ei­ne or­dent­li­che (Schul-)Aus­bil­dung. Das stellt das Land vor im­men­se Auf­ga­ben, auf die es gar nicht ein­ge­rich­tet ist. Des­we­gen wird in Zu­kunft viel Im­pro­vi­sa­ti­on er­for­der­lich sein.

Der­weil meh­ren sich die Hil­fe­ru­fe aus den Städ­ten und Ge­mein­den. Vie­le Kom­mu­nen sind in­zwi­schen am En­de ih­rer Mög­lich­kei­ten; der Zu­zug wei­te­rer Flücht­lin­ge ist kaum noch zu ver­kraf­ten. Die Städ­te ap­pel­lie­ren in ih­rer Not an das Land, das Land zeigt auf den Bund und die­ser wie­der­um auf Eu­ro­pa. Die Hilf­lo­sig­keit ist groß. Doch so geht es nicht wei­ter. Die Kla­gen der Kom­mu­nen, die die Haupt­last tra­gen, müs­sen end­lich ernst ge­nom­men wer­den. BE­RICHT

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.