Im­mo­bi­li­en-Mo­no­po­ly

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REISENER

Jahr­zehn­te­lang wa­ren Im­mo­bi­li­en so ziem­lich das Lang­wei­ligs­te, was pro­fes­sio­nel­le In­ves­to­ren sich vor­stel­len konn­ten. Aber plötz­lich über­schlägt sich die Bran­che mit Groß­fu­sio­nen und Bör­sen­gän­gen. Was ist nur in die­sen Markt ge­fah­ren?

Die tur­bo­ka­pi­ta­lis­ti­sche Hek­tik in der frü­her von be­tu­li­chen Staats- und Ge­werk­schafts­kon­zer­nen ge­präg­ten Bran­che ist Fol­ge der EZB-Nied­rig­zins­po­li­tik. Fest­ver­zins­li­che Wert­pa­pie­re wie Staats­an­lei­hen wer­fen kaum noch et­was ab. Vie­le In­ves­to­ren hal­ten in­zwi­schen Im­mo­bi­li­en­ak­ti­en für ei­ne Al­ter­na­ti­ve: Auch sie gel­ten als ri­si­ko­arm, wer­fen im Ge­gen­satz zu Fest­zins-Pa­pie­ren aber noch ei­ne halb­wegs er­träg­li­che Ren­di­te ab. Zwei­ter Ef­fekt: We­gen der nied­ri­gen Zin­sen kön­nen die Kon­zer­ne ih­re Über­nah­men der­zeit sehr bil­lig fi­nan­zie­ren. Das kur­belt das Im­mo­bi­li­en-Mo­no­po­ly zu­sätz­lich an.

Wel­che Fern­wir­kun­gen all das für die Mie­ter hat, ist ge­nau­so un­klar wie die Spät­fol­gen der Nied­rig­zins­po­li­tik für Klein­spa­rer, Le­bens­ver­si­che­run­gen und Ren­ten­kas­sen. Die EZB-Po­li­tik er­fasst im­mer mehr Le­bens­be­rei­che – mit kaum kal­ku­lier­ba­ren Fol­gen. BE­RICHT

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