Ar­beit­neh­mer müs­sen mehr für Kran­ken­ver­si­che­rung zah­len

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

BONN/BERLIN (dpa) Im kom­men­den Jahr wer­den sich die Bei­trä­ge für die ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) spür­bar er­hö­hen. Der Schät­zer­kreis beim Bun­des­ver­si­che­rungs­amt in Bonn pro­gnos­ti­zier­te ei­ne durch­schnitt­li­che An­he­bung des Bei­tra­ges um 0,2 Pro­zent­punk­te auf 15,7 Pro­zent, wie der GKV-Spit­zen­ver­band be­stä­tig­te. Da­bei han­delt es sich um ei­ne Emp­feh­lung an das Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um, das auf der Grund­la­ge in den nächs­ten Wo­chen die end­gül­ti­ge Pro­gno­se fest­legt.

Die­ser An­stieg wird über den so­ge­nann­ten Zu­satz­bei­trag er­bracht, den die Ar­beit­neh­mer al­lein schul­tern müs­sen. Die­ser liegt künf­tig bei durch­schnitt­lich 1,1 Pro­zent. Den all­ge­mei­nen Bei­trag von 14,6 Pro­zent tei­len sich die 50 Mil­lio­nen Kas­sen­mit­glie­der und ih­re Ar­beit­ge­ber je zur Hälf­te. Da­mit dürf­te sich der Druck auf die Kas­sen er­hö­hen. Denn wenn sie ih­re Zu­satz­bei­trä­ge zu stark an­he­ben, könn­ten sich ih­re Mit­glie­der ei­ne neue Kas­se su­chen. Zu­dem ver­schärf­te sich die Dis­kus­si­on über die pa­ri­tä­ti­sche Fi­nan­zie­rung der Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge durch Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer.

Die Kran­ken­kas­sen kri­ti­sie­ren schon seit Län­ge­rem, dass die von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he (CDU) ge­plan­ten Re­for­men für sie mil­li­ar­den­schwe­re Zu­satz­be­las­tun­gen bräch­ten. Zu­dem schrei­ben in­zwi­schen al­le Kas­sen­ar­ten De­fi­zi­te. Da­her wur­de schon zu­vor er­war­tet, dass die Kas­sen im kom­men­den Jahr ih­ren Zu­satz­bei­trag um durch­schnitt­lich 0,2 bis 0,3 Pro­zent er­hö­hen müs­sen.

An­ge­sichts sol­cher Bei­trags­stei­ge­run­gen ver­lang­te die SPD-Ge­sund­heits­po­li­ti­ke­rin Hil­de Matt­heis ei­ne Rück­kehr zu ei­ner fai­ren Fi­nan­zie­rung durch Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer. Sie wies dar­auf hin, man ha­be sich in der Ko­ali­ti­on von Uni­on und SPD ver­stän­digt, dass ein zu ho­her Zu­satz­bei­trag nicht ak­zep­ta­bel sei. „Die­se Gren­ze wird nun ge­ris­sen“, sag­te sie.

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