Ku­sche­li­ger Sitz­nach­bar

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST -

Der jun­ge Mann, der ne­ben ei­nem mei­ner Lieb­lings­men­schen in der Bahn sitzt, sieht freund­lich aus. Mü­de und freund­lich. Kaum hat die Fahrt be­gon­nen, streckt der Gu­te sich, gähnt aus­ge­dehnt und scheint Mü­he zu ha­ben, sei­ne Au­gen of­fen zu hal­ten. Nach drei Hal­te­stel­len gibt es dann für ihn wie­der­um kein Hal­ten mehr. Der Über­mü­de­te schläft ein.

Wun­der­bar fried­lich und auch ein biss­chen put­zig an­zu­se­hen ist das. Rich­tig lus­tig wird die Sa­che aber erst, als der Mi­t­rei­sen­de sich an die Schul­ter mei­nes Liebs­ten ku­schelt. Der wie­der­um ist amü­siert und möch­te ihn nicht we­cken. Und so rei­sen wir ent­spannt wei­ter.

Bis zum Haupt­bahn­hof. Wie auf Kom­man­do wacht der Herr nun auf und blickt in die Au­gen sei­nes bis­her un­be­kann­ten, über 1,90 Me­ter gro­ßen mensch­li­chen Ted­dys.

Der Ärms­te ist zu­nächst pein­lich be­rührt, muss dann aber nach vie­len Ver­si­che­run­gen, dass die Schul­ter zum An­leh­nen ihm kei­nes­falls bö­se ist, schal­lend la­chen und sagt: „Schon lan­ge ha­be ich nicht mehr so gut ge­schla­fen!“

pbm

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