Hans Bar­ten küm­mert sich

Rheinische Post Goch - - ZUHAUSE IN GOCH UND UEDEM -

Dass die Da­me von ne­ben­an ihn so sehr lobt, kann Hans Bar­ten gar nicht so recht ver­ste­hen. „Es ist doch selbst­ver­ständ­lich, dass man hilft, wenn man ge­braucht wird. Ich fin­de das völ­lig nor­mal.“So sei das eben bei ei­ner gu­ten Nach­bar­schaft. Genau die gibt es zwar häu­fig, aber doch längst nicht über­all. Des­halb ist Char­lot­te Geurtz (67) der An­sicht, die Rhei­ni­sche Post müs­se un­ter dem Stich­wort „Mein liebs­ter Nach­bar“un­be­dingt Hans Bar­ten von der Gar­ten­stra­ße vor­stel­len.

Der 68-Jäh­ri­ge hel­fe ihr in viel­fäl­ti­ger Wei­se und wol­le da­für kaum ei­nen Dank hö­ren. „Ich muss­te mei­nen Mann, der Alz­hei­mer hat, vor ei­ni­ger Zeit ins Pfle­ge­heim ge­ben. Na­tür­lich be­su­che ich ihn, so viel ich kann, und ha­be mich schwer­ge­tan, mal et­was für mich zu tun, zum Bei- spiel zu ver­rei­sen. Nun ha­be ich mich doch ge­traut, weil mein Nach­bar mir ver­si­chert hat, sich nicht nur ums Haus, son­dern auch um mei­nen Mann zu küm­mern.“

Wäh­rend sie ei­ne Wo­che un­ter­wegs war, ha­be Bar­ten sein Au­to in ih­rer Auf­fahrt ge­parkt, so dass das Haus be­wohnt aus­sah, er ha­be die Zei­tun­gen und die Post aus dem Brief­kas­ten ge­nom­men und ein Au­ge auf al­les ge­habt.

„Und er hat tat­säch­lich mei­nen Mann im Roll­stuhl durch den Park des Heims ge­fah­ren. Über ,What’s app’ hat er mich über al­les in­for­miert, so dass ich ganz be­ru­higt sein und mich er­ho­len konn­te“, er­zählt die dank­ba­re Nach­ba­rin, die na­tür­lich auch die nicht min­der freund­li­che Ehe­frau des „liebs­ten Nach­barn“in den Dank ein­be­zieht: Mar­le­ne Bar­ten.

RP-FO­TO: KLAUS-DIE­TER STADE

Hans Bar­ten mit sei­ner Ve­s­pa.

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