Klet­ter­ma­xe re­pa­rie­ren die Brü­cke

Rheinische Post Goch - - KREIS KLEVE – REGIONAL - VON FRITZ SCHU­BERT

Von oben und von un­ten: Be­ton­sa­nie­rung an der Nie­der­rhein­brü­cke hat be­gon­nen, kaum Ver­kehrs­pro­ble­me.

NIE­DER­RHEIN Die dun­k­len Fle­cken, die sich knapp un­ter­halb der Spit­ze des Rhein­brü­cken­pfei­lers vom hel­len Be­ton ab­ho­ben, wa­ren kei­ne plötz­li­che Ver­fär­bung, son­dern Men­schen. Mar­co Vog­ler (35) und Ben­ja­min Lie­bert (28) von der Fir­ma Hö­hen­fak­tor aus Er­furt nah­men in et­wa 130 Me­ter Hö­he ih­re Sa­nie­rungs­ar­beit auf. Und da war erst­mal mehr­fa­ches Stei­gen an­ge­sagt. Weil der Auf­zug, der Las­ten zu­min­dest schon mal bis zur Hälf­te des Py­lons in die Hö­he ge­bracht hät­te, au­ßer Be­trieb war, muss­te die Aus­rüs­tung kom­plett über die Lei­tern im Innern des Pfei­lers nach oben ge­schleppt wer­den. Rund ei­ne hal­be Ton­ne. Al­lein 500 Me­ter Seil war da­bei, denn die In­dus­trie­klet­te­rer, die ihr Hob­by Berg­sport zum Be­ruf ge­macht ha­ben, ha­ben ih­re ei­ge­nen Eva­ku­ie­rungs­mög­lich­kei­ten da­bei. „Ret­tungs­dienst oder Hub­schrau­ber kom­men ja gar nicht an uns ran, wir müs­sen selbst da­für sor­gen, dass wir im Ernst­fall heil run­ter­kom­men“, sag­te Vog­ler. Un­ter­stützt wur­den die Klet­ter­ma­xe beim ers­ten Auf­stieg am Mor­gen von Bert­hold Dünk. „Wenn ich so­wie­so mit­auf­stei­ge, um zu zei­gen, wo was zu ma­chen ist, dann kann ich ei­nen Ruck­sack hoch­tra­gen“, sag­te der Mann von Stra­ßen NRW.

Wie be­rich­tet, wer­den jetzt Ris­se ab 0,2 Mil­li­me­ter Grö­ße in ei­nem Spe­zi­al­ver­fah­ren mit Kunst­harz ver­presst, da­mit auf Dau­er kein Was­ser ein­drin­gen und den Spalt ver­grö­ßern kann. 26 sol­cher Stel­len wer­den jetzt be­han­delt. Zum ei­nen von den In­dus­trie­klet­te­rern am Py­lon-Sti­el in der Hö­he, zum an­de­ren von Kol­le­gen, die von der Fahr­bahn aus mit ei­nem Hub­stei­ger an den Sei­ten­bei­nen agie­ren. Die Män­gel ge­hö­ren zu den letz­ten auf der Lis­te, die im Vor­jahr vor Ablauf der Ge­währ­leis­tungs­frist do­ku­men­tiert wor­den wa­ren. Die meis­ten Din­ge sind weit­ge­hend un­be­merkt be­ho­ben wor­den. Nach den Ris­sen kommt noch ei­ne Stel­le am Rad­und Fuß­weg Rich­tung Bü­de­rich an die Rei­he. Dann hat die Bau­fir­ma ih­re Pflicht ge­tan, die Ver­ant­wor­tung geht auf Stra­ßen NRW über. Für Dünk sind die Ris­se kein Pro­blem. Stahl­be­ton reißt im­mer, sagt er. An Or­ten wie dem Brü­cken­pfei­ler sind sol­che Din­ge aber nur mit viel Auf­wand zu be­he­ben. Dar­um ist man bei Stra­ßen NRW froh, dass es jetzt läuft und bei gu­ter Wit­te­rung bis En­de der Wo­che ab­ge­schlos­sen wird. Tro­cken­heit ist wich­tig, die Tem­pe­ra­tur eher ne­ben­säch­lich. Gleich­wohl hat­ten sich Mar­co Vog­ler und Ben­ja­min Lie­bert, die noch um Jens Kretz­sch­mann er­gänzt wer­den, gut mit lan­ger Un­ter­wä­sche aus Me­ri­no-Wol­le ge­wapp­net. Bei Tem­pe­ra­tu­ren um Null in der Hö­he kein Feh­ler.

Be­hin­de­run­gen hiel­ten sich An­fang der Wo­che üb­ri­gens trotz der Sper­rung von je ei­ner Fahr­spur pro Rich­tung sehr in Gren­zen. Der Ver­kehr floss bei­na­he rei­bungs­los.

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