„Ef­fe“will Pa­der­bor­ner zu Hel­den ma­chen

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON JES­SI­CA BALLEER

Die ers­te Pres­se­kon­fe­renz des 47-Jäh­ri­gen als Chef-Trai­ner schwank­te zwi­schen Ernst und Ko­mik.

PA­DER­BORN/DÜSSELDORF Ste­fan Ef­fen­berg, das hat die ers­te Pres­se­kon­fe­renz bei sei­nem neu­en Ver­ein SC Pa­der­born ge­zeigt, war und ist kein Mann der lei­sen, be­schei­de­nen Tö­ne. „Un­se­re Auf­ga­be ist es, die­se Jungs wie­der zu Hel­den zu ma­chen“, sag­te Ef­fen­berg selbst­be­wusst über sei­ne Zie­le als Trai­ner des Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten. Und weil „Ef­fe“der Satz so gut ge­fiel, sag­te er ihn gleich zwei­mal in­ner­halb der knapp 40-mi­nü­ti­gen Vor­stel­lung, bei der er um Se­rio­si­tät zu­min­dest stets be­müht war.

Der 47-Jäh­ri­ge hat beim SC Pa­der­born ei­nen Ver­trag bis 2017 un­ter­schrie­ben. Ge­mein­sam mit CoTrai­ner Sö­ren Ostermann (27) über­nimmt er das Amt von Mar­kus Gell­haus. Der Ab­stei­ger der ver­gan­ge­nen Bun­des­li­gasai­son und der­zei­ti­ge 15. der zwei­ten Li­ga ist die ers­te Trai­ner­sta­ti­on von Ef­fen­berg. Dem­ent­spre­chend auf­ge­regt wirk­te der ehe­ma­li­ge Na­tio­nal­spie­ler zu Be­ginn sei­nes ers­ten Pres­se­ge­sprächs als Coach. Ers­te Fra­gen nach sei­nem Trai­ner­stil be­ant­wor­te­te Ef­fen­berg eher un­kon­kret: „Die Mi­schung muss stim­men. Und ganz wich­tig ist die Men­schen­füh­rung. Da hat­te ich selbst mit Ott­mar Hitz- feld den bes­ten Trai­ner.“Der Vor­stand des SC Pa­der­born hat­te sich vor der Ver­pflich­tung Ef­fen­bergs tat­säch­lich auch mit Hitz­feld aus­ge­tauscht. Der sprach dem Klub sei­ne Emp­feh­lung für den Trai­ner-Neu­ling aus. Ef­fen­berg be­zeich­ne­te Hitz­feld als wich­tigs­te Stüt­ze und Men­tor. Mit je­der Fra­ge schien er lang­sam warm zu wer­den – und die ei­ge­ne, selbst­be­wuss­te Art wie­der­zu­fin­den. Ei­ni­ge Sät­ze al­ler­dings, wie Ef­fen­bergs An­spie­lung „I am the new one“auf Jür­gen Klopps Aus­sa­ge („I am the nor­mal one“)bei des­sen Vor­stel­lung in Li­ver­pool, wirk­ten zu­wei­len zu­recht­ge­legt.

Die Tak­tik ist le­gi­tim. Be­kann­ter­ma­ßen ist Ef­fen­berg vor all­lem ab­seits des Fuß­ball­ge­schäfts, durch un­über­leg­te Ak­tio­nen, auf­ge­fal­len. Erst kürz­lich ist ihm der Füh­rer­schein we­gen Trun­ken­heit am Steu­er ent­zo­gen wor­den. Ein Jour­na­list frag­te da­nach, wie Ef­fen­berg zum Trai­ning kom­men wol­le. „Ich bin noch ganz gut zu Fuß“, sag­te Ef­fen­berg. „Fahr­rad­fah­ren kann ich auch. Zur Not mit Stütz­rä­dern.“Und so groß sei die neue Hei­mat ja auch nicht. Wie vie­le Ki­lo­me­ter Ste­fan Ef­fen­berg dort zu­rück­le­gen wird, wer­den vor al­lem die Leis­tun­gen des SC Pa­der­born auf dem Fuß­ball­platz ent­schei­den. Zur He­im­pre­mie­re reist mor­gen (18.30 Uhr) be­reits der Li­ga­vier­te Ein­tracht Braun­schweig an.

Vol­ler Vor­freu­de geht er an die neue Auf­ga­be her­an, sagt Ef­fen­berg. Zu sei­nem En­ga­ge­ment beim am­bi­tio­nier­ten Zweit­li­gis­ten hat sich „Ef­fe“schon gra­tu­liert: Pa­der­born sei ei­ne Chan­ce. André Schu­bert (Bo­rus­sia MG), Ro­ger Schmidt (Bay­er Le­ver­ku­sen) oder André Brei­ten­rei­ter (FC Schal­ke 04) ste­hen als bes­te Bei­spie­le da­für, dass der SCP im Er­folgs­fall ein Sprung­brett für Trai­ner­no­vi­zen sein kann.

FO­TO: DPA

„Ich bin es wirk­lich“, sag­te „Ef­fe“zu Be­ginn der Pres­se­kon­fe­renz.

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