Flücht­lings­kin­der müs­sen Deutsch kön­nen

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON FRANK VOLL­MER

In der welt­po­li­ti­schen Ka­ta­stro­phe des Flücht­lings­stroms aus ge­schei­ter­ten Staa­ten wie Sy­ri­en und Af­gha­nis­tan steckt ein tau­send­fa­ches in­di­vi­du­el­les Dra­ma: ent­wur­zel­te, trau­ma­ti­sier­te Kin­der. Al­lein 40.000, wo­mög­lich mehr, muss Nord­rhein-West­fa­len die­ses Jahr in den Schul­un­ter­richt in­te­grie­ren. Das ist ei­ne rie­si­ge Her­aus­for­de­rung. Aus die­sem Plus (das 1,6 Pro­zent der Schü­ler­zahl ent­spricht) nun al­ler­dings den dro­hen­den bil­dungs­po­li­ti­schen Kol­laps ab­zu­lei­ten, ist auch über­trie­ben. Zu­min­dest ge­winnt, wer sich vor Ort um­hört, ei­nen dif­fe­ren­zier­te­ren Ein­druck. Des­we­gen soll­ten wir auch schleu­nigst wie­der auf­hö­ren, über Quo­ten­lö­sun­gen zu re­den. Oder soll dem­nächst der hier auf­ge­wach­se­ne Jun­ge aus ei­ner tür­ki­schen Fa­mi­lie am Gym­na­si­um ab­ge­wie­sen wer­den, nur weil sei­ne El­tern die fal­sche Spra­che spre­chen?

Eins al­ler­dings stimmt: Die Flücht­lings­kin­der müs­sen un­be­dingt ver­nünf­tig Deutsch kön­nen, be­vor sie am nor­ma­len Un­ter­richt teil­neh­men. Die 300 Leh­rer, die das Land flugs ein­ge­stellt hat, wer­den das nicht al­lein stem­men kön­nen. Da­her ist die An­re­gung rich­tig, in die­ser Aus­nah­me­si­tua­ti­on über un­kon­ven­tio­nel­le Maß­nah­men nach­zu­den­ken. Stu­den­ten und Pen­sio­nä­re in die Deutsch­kur­se – war­um nicht? BE­RICHT

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