Hoo­li­gan-De­mo in Köln er­laubt

Rheinische Post Goch - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

Ge­gen das Ge­richts­ur­teil hat die Po­li­zei um­ge­hend Be­schwer­de ein­ge­legt.

KÖLN (dpa/bur) Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat ei­ne von der Po­li­zei ver­bo­te­ne De­mons­tra­ti­on von Hoo­li­gans und Rechts­ex­tre­men in Köln teil­wei­se wie­der er­laubt. Die Rich­ter er­klär­ten ges­tern in ih­rem Be­schluss ein kom­plet­tes Ver­bot für nicht recht­mä­ßig. Als de­mons­tra­ti­ve Ak­ti­on lu­den An­ti-Ho­ge­sa-Bünd­nis­se am glei­chen Tag zu ei­nem Kunst- und Kul­tur­fest ein.

Die Kund­ge­bung ist für den 25. Ok­to­ber 2015 an­ge­mel­det. Fast genau ein Jahr zu­vor hat­ten sich bei ei­ner De­mo der Grup­pe „Hoo­li­gans ge­gen Sala­fis­ten“(Ho­ge­sa) Hoo­li­gans und Rechts­ex­tre­me Stra­ßen­schlach­ten mit der Po­li­zei ge­lie­fert, da­bei er­lit­ten rund 50 Be­am­te Ver­let­zun­gen. Die Po­li­zei be­fürch­tet bei ei­ner Neu­auf­la­ge der Kund­ge­bung ähn­li­che Ge­walt­aus­brü­che. Der Or­ga­ni­sa­tor ha­be die Ver­samm­lung schließ­lich selbst als „Hom­mage“an 2014 be­zeich­net – mit glei­cher Rou­te und glei­chem Kli­en­tel. Mit dem Ver­bot woll­te das Po­li­zei­prä­si­di­um neue Kra­wal­le un­ter­bin­den.

Der Or­ga­ni­sa­tor der De­mo hat­te ver­gan­ge­ne Wo­che Kla­ge ge­gen das Ver­bot ein­ge­reicht. Das Ge­richt ent­schied nun, dass die Teil­neh­mer zwar nicht wie ge­plant durch die In­nen­stadt zie­hen dür­fen – denn da­bei sei tat­säch­lich nicht von ei­nem fried­li­chen Ver­lauf aus­zu­ge­hen. Ei­ne Kund­ge­bung an ei­nem fes­ten Ort kön­ne aber statt­fin­den. „Ei­ne orts­fes­te Ver­samm­lung“sei im Ver- gleich zu ei­nem De­mons­tra­ti­ons­zug durch die Stadt „eher be­herrsch­bar“, teil­te das Ge­richt mit. Bei der Ver­samm­lungs­frei­heit han­de­le es sich laut Ge­richt zu­dem um ein ho­hes Gut. Die Rich­ter räum­ten der Po­li­zei al­ler­dings die Mög­lich­keit ein, für die Kund­ge­bung Auf­la­gen zu er­tei­len – zum Bei­spiel, was den ge­nau­en Ort oder die Dau­er be­trifft. Sie ha­be da­mit die Mög­lich­keit, Aus­schrei­tun­gen zu ver­hin­dern.

„Ich rech­ne wei­ter­hin mit schwe­ren Aus­schrei­tun­gen und Kra­wal­len durch die Teil­neh­mer“, sag­te der Köl­ner Po­li­zei­prä­si­dent Wolf­gang Al­bers. „Ich wer­de wei­ter­hin al­les tun, das Ver­bot auf­recht­zu­er­hal­ten.“Das Köl­ner Po­li­zei­prä­si­di­um war da­von aus­ge­gan­gen, dass das Ver­bot ju­ris­tisch stand­hal­ten wer­de und hat­te dem Ge­richt er­neut sei­ne Ent­schei­dung zum Ver­bot be­grün­det. Bei­de Sei­ten kön­nen die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts noch vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt an­fech­ten.

FO­TO: DPA

Vor ei­nem Jahr kam es auf der Ho­ge­saDe­mo zu Aus­schrei­tun­gen.

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