Grü­ne in den Län­dern wol­len Asyl­pa­ket heu­te zu­stim­men

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

BERLIN (jd/mar) Bis zu sie­ben der ins­ge­samt neun Bun­des­län­der, die von den Grü­nen mit­re­giert wer­den, wol­len heu­te im Bun­des­rat für die Ver­schär­fung des Asyl­rechts stim­men. Nur Bre­men und Thü­rin­gen ha­ben an­ge­kün­digt, das Pa­ket nicht mit­zu­tra­gen. Auch aus dem von SPD und Grü­nen re­gier­ten Nord­rhein-West­fa­len zeich­ne­te sich ges­tern ein Ja ab, al­ler­dings hat­ten die NRW-Grü­nen bis zum Abend noch Be­ra­tungs­be­darf. Un­si­cher war das Ver­hal­ten Schles­wig-Hol­steins.

Min­des­tens zwei der von den Grü­nen mit­re­gier­ten Län­der müs­sen dem Ge­set­zes­pa­ket zu­stim­men, um im Bun­des­rat die Mehr­heit zu ga­ran­tie­ren. Ba­den-Würt­tem­bergs Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) und die Grü­nen in Hes­sen, die dort mit der CDU re­gie­ren, hat­ten ih­re Zu­stim­mung früh­zei­tig si­gna­li­siert. Auf die Stim­men wei­te­rer Län­der kä­me es da­her nicht an, al­ler­dings ist den Grü­nen an ei­nem mög­lichst ein­heit­li­chen Ge­samt­bild ge­le­gen. Dies zu er­rei­chen, fällt der Par­tei schwer. An der Ba­sis hal­ten vie­le die Ver­schär­fung der Re­geln für Asyl­be­wer­ber für falsch und ent­wür­di­gend. So ar­gu­men­tiert auch Par­tei­che­fin Si­mo­ne Pe­ter. Die Bun­des­tags­frak­ti­on prä­sen­tier­te sich ges­tern bei der Asy­l­Ab­stim­mung ge­spal­ten: 48 Grü­nen­Ab­ge­ord­ne­te ent­hiel­ten sich, zehn stimm­ten mit Nein, nur ei­ne mit Ja.

Die Grü­nen sto­ßen sich in ers­ter Li­nie an den ge­plan­ten här­te­ren Ab­schie­be­re­geln. Da­zu sag­te Nord­rhein-West­fa­lens neu­er Mi­nis­ter für Bun­des­an­ge­le­gen­hei­ten, Franz-Jo­sef Lersch-Men­se (SPD): „Wir ha­ben in NRW kein schlech­tes Ge­wis­sen, dass wir zu we­nig ab­schie­ben wür­den. Aber das ge­plan­te Ver­bot, Ab­schie­bun­gen wei­ter­hin an­zu­kün­di­gen, wird nichts dar­an än­dern, dass wir auch künf­tig in man­chen Fäl­len den Ter­min vor­ab mit­tei­len wer­den.“Das be­tref­fe aus hu­ma­ni­tä­ren Grün­den zum Bei­spiel Fa­mi­li­en mit min­der­jäh­ri­gen Kin­dern.

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