EEG-Um­la­ge er­zürnt Han­del und In­dus­trie

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

In­dus­trie­prä­si­dent Gril­lo: Wirt­schafts­mi­nis­ter hält Ver­spre­chen nicht.

BERLIN (RP) Die Er­hö­hung der Ökostrom-Um­la­ge (EEG-Um­la­ge) stößt bei der Wirt­schaft auf schar­fe Kri­tik. „Die vom Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ver­spro­che­ne Kos­ten­brem­se bei der Ener­gie­wen­de war Wunsch­den­ken“, sag­te der Prä­si­dent des Bun­des­ver­ban­des der In­dus­trie (BDI), Ul­rich Gril­lo. Ges­tern be­stä­tig­ten die Netz­be­trei­ber, dass die Um­la­ge 2016 auf 6,354 Cent je Ki­lo­watt­stun­de und da­mit um drei Pro­zent an­ge­ho­ben wird.

Die Ökostrom-Um­la­ge wird ge­nutzt, um den Be­trei­bern von Win­dSo­lar- und an­de­ren Ökostrom-An­la­gen die Lü­cke aus­zu­glei­chen, die zwi­schen dem ho­hen Ga­ran­tie­preis und dem nied­ri­gen Bör­sen­strom­preis liegt. Je nied­ri­ger der Bör­sen­preis ist, des­to stär­ker wer­den Ver­brau­cher und mit­tel­stän­di­sche Un- ter­neh­men über die Um­la­ge zur Kas­se ge­be­ten. Ins­ge­samt zah­len sie 23 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr. Die jüngs­te Er­hö­hung schlägt bei ei­nem Drei-Per­so­nen-Haus­halt mit ei­nem Jah­res­ver­brauch von 3500 Ki­lo­watt­stun­den mit 7,70 Eu­ro zu Bu­che.

Die en­er­gie­in­ten­si­ve In­dus­trie (wie Alu- und Stahl-Her­stel­ler) ist da­ge­gen weit­ge­hend von der Ökostro­m­um­la­ge be­freit. Ins­ge­samt er­hält sie Ra­bat­te von fünf Mil­li­ar­den Eu­ro, die die pri­va­ten Haus­hal­te und nicht-be­frei­ten Be­trie­be tra­gen müs­sen.

Auch der Ein­zel­han­del ist er­bost. „Zum ei­nen bleibt bei stei­gen­den Strom­prei­sen den Kun­den we­ni­ger Geld zum Ein­kau­fen in der Ta­sche. Zum an­de­ren zah­len auch Han­dels­un­ter­neh­men im­mer hö­he­re Prei­se für Ener­gie“, er­klär­te Ste­fan Genth,

FO­TO: KEYSTONE

Im­mer mehr Wind­strom drängt ins Netz.

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