Kir­che deut­li­cher mit dem Le­ben ver­knüp­fen

Rheinische Post Goch - - KULTUR - LOTHAR SCHRÖ­DER STELL­TE DIE FRA­GEN.

IN­TER­VIEW ALOYS BUCH

Das Ehe­paar Buch nimmt an der Bi­schofs­syn­ode in Rom teil und zieht ei­ne Zwi­schen­bi­lanz.

ROM Als so­ge­nann­te Au­di­to­ren – Gast­hö­rer – wur­den die Ehe­leu­te Pe­tra und Aloys Buch aus dem nie­der­rhei­ni­schen Kor­schen­broich zur Bi­schofs­syn­ode nach Rom ein­ge­la­den. Zur Halb­zeit der Be­ra­tun­gen, die noch bis zum 25. Ok­to­ber dau­ern, zieht Aloys Buch aus Sicht ei­nes Lai­en ei­ne Zwi­schen­bi­lanz. Wer­den Ih­re Er­war­tun­gen, die Sie an die Bi­schofs­syn­ode hat­ten, er­füllt? Gibt es Über­ra­schun­gen – gu­te wie schlech­te? BUCH Wir ha­ben vor al­lem er­war­tet, dass in der Syn­ode der von Papst Fran­zis­kus ge­wünsch­te of­fe­ne Dia­log wirk­lich zu­stan­de kommt. Und dies hat sich bis­her er­füllt. Wir ha­ben auch er­hofft, dass Pro­ble­me und Her­aus­for­de­run­gen deut­lich be­nannt wer­den – auch dies ist bis­her der Fall. Ob­wohl wir mit sehr un­ter­schied­li­chen Bei­trä­gen aus al­ler Welt ge­rech­net hat­ten, sind wir doch über­rascht da­von, wie viel­fäl­tig sich die Prio­ri­tä­ten für Ehe und Fa­mi­lie dar­stel­len. Zum Bei­spiel: In Län- dern, in de­nen jah­re­lang Krieg herrscht, geht es nicht um De­tail­fra­gen, son­dern schlicht dar­um, ob jun­ge Men­schen über­haupt ei­ne Chan­ce er­hal­ten, Ehe und Fa­mi­lie zu le­ben. Wel­che Mög­lich­keit ha­ben Sie, ak­tiv an der Syn­ode teil­zu­neh­men? Und ha­ben Sie den Ein­druck, dass Ih­re Stim­me auch ge­hört wird? BUCH Als Hö­rer ist un­se­re ers­te Auf­ga­be ja das Zu­hö­ren. Aber wir kön­nen wie al­le an­de­ren Syn­oden­mit­glie­der im Plenum ei­ne Stel­lung­nah­me ab­ge­ben. Und wir ar­bei­ten sehr ak­tiv in den Ar­beits­grup­pen mit – in un­se­rem Fall in der deut­schen Sprach­grup­pe. Die Re­ak­tio­nen zei­gen, dass un­se­re Mit­ar­beit will­kom­men ist. Ha­ben Sie Kon­takt zu den deut­schen Teil­neh­mern? Wel­ches Ge­wicht wird den Deut­schen Ih­rer Ein­schät­zung nach bei­ge­mes­sen? BUCH Der Kon­takt un­ter den deut­schen Teil­neh­mern ist recht in­ten- siv. Dies ist bei ei­ner so gro­ßen und bun­ten Kir­chen­ver­samm­lung im­mens hilf­reich. Die Bi­schö­fe ha­ben ja in der Re­gel be­reits Syn­oden­er­fah­rung; das kommt auch den deutsch­spra­chi­gen Ex­per­ten und Au­di­to­ren zu­gu­te. Aber man darf nicht ver­ges­sen, dass hier Welt­kir­che so­zu­sa­gen aus al­ler Her­ren Län­der ver­sam­melt ist. Glau­ben Sie denn an ein trag­ba­res Er­geb­nis nach den drei Wo­chen? Und wie könn­te es bes­ten­falls aus­se­hen? BUCH Bis jetzt er­le­ben wir: Es wird in­ten­siv ver­sucht, die Si­tua­ti­on, die Her­aus­for­de­run­gen und Pro­ble­me christ­lich ge­leb­ter Ehe und Fa­mi­lie zu ana­ly­sie­ren. Ob und wie die Syn­ode am En­de zu ein­zel­nen be­son­de­ren Pro­ble­men Stel­lung neh­men und künf­ti­ge We­ge vor­schla­gen wird – dar­über kann mo­men­tan nur spe­ku­liert wer­den. Und Ih­re per­sön­li­chen Wün­sche? BUCH Vor al­lem zwei Wün­sche: Ers­tens, dass die Syn­ode da­zu bei­trägt, dass jun­ge Men­schen heu­te christ­li­che Ehe und Fa­mi­lie als at­trak­ti­ven Weg neu ent­de­cken kön­nen; was auch be­deu­tet, dass die kirch­li­che Leh­re sehr viel deut­li­cher mit un­se­rer Le­bens­wirk­lich­keit ver­knüpft wird. Zwei­tens, dass für die­je­ni­gen Mit­chris­ten, de­ren Zu­sam­men­le­ben nicht dem christ­li­chen Ide­al ent­spricht, je­den­falls We­ge der Ver­söh­nung ge­fun­den wer­den.

FO­TO: KNA

Das Ehe­paar Pe­tra und Aloys Buch aus Kor­schen­broich.

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