Spoo­fing – Kreis­po­li­zei warnt vor neu­er Be­trugs-Me­tho­de

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST - VON SE­BAS­TI­AN LAT­ZEL

GOCH Be­trü­ger ha­ben ei­ne neue Ma­sche für sich ent­deckt – sie ver­schlei­ern ih­re ei­ge­ne Ruf­num­mer und las­sen im Te­le­fon­dis­play ih­rer Op­fer se­riö­se und ver­trau­ens­er­we­cken­de Te­le­fon­num­mern er­schei­nen, zum Bei­spiel die der Po­li­zei. „Call ID Spoo­fing“nennt sich der Trick, zu Deutsch „Schwin­del mit der An­ru­fer­num­mer“. In letz­ter Zeit gab es meh­re­re sol­cher Fäl­le. Spoo- fing hat da­her be­reits das In­nen­mi­nis­te­ri­um be­schäf­tigt, auch die Kreis­po­li­zei Kle­ve hat jüngst den Hin­weis auf die neue Ma­sche be­kom­men.

Gera­de erst gab es in der Re­gi­on ei­nen kon­kre­ten Fall nach der neu­en Spoo­fing-Ma­sche. Ei­ne 67-jäh­ri­ge Frau war da­bei an­ge­ru­fen wor­den und im Dis­play ih­res Te­le­fons er­schien tat­säch­lich die amt­li­che Te­le­fon­num­mer der Po­li­zei. Der An­ru­fer gab sich so­gar gleich als Po­li- zei­be­am­ter aus und teil­te der 67Jäh­ri­gen mit, dass sie ei­nen Pkw im Wert von rund 48 000 Eu­ro ge­won­nen ha­be. Al­ler­dings ha­be die Sa­che ei­nen Ha­ken, teil­te der Be­trü­ger am Te­le­fon mit: Das Fahr­zeug be­fin­de sich in­zwi­schen im Aus­land und man kön­ne den Ge­winn jetzt nur noch bar aus­zah­len. Da­für wür­de dann al­ler­dings ei­ne Steu­er von 4500 Eu­ro an­fal­len.

Der Ge­schä­dig­ten wur­de ei­ne Über­wei­sung per Wes­tern Uni­on ins Aus­land auf­ge­tra­gen. We­nig spä­ter rief der Tä­ter er­neut an und zeig­te sich sehr ver­är­gert, weil die Frau sich noch nicht auf den Weg zur Post ge­macht hat­te.

Der 67-Jäh­ri­gen kam die Sa­che in­zwi­schen selt­sam vor und sie in­for­mier­te die Po­li­zei. Noch wäh­rend der An­zei­gen­auf­nah­me rief der Tä­ter er­neut an und mel­de­te sich wie­der im Na­men der Po­li­zei. Das Ge­spräch wur­de je­doch be­en­det. Als ein ech­ter Be­am­te spä­ter von der Wa­che er­neut die Frau an­rief, war die­se völ­lig ver­wirrt, sie sag­te, sie ha­be doch gera­de erst mit der Po­li­zei ge­spro­chen. Es stell­te sich her­aus, dass der dreis­te Tä­ter be­zie­hungs­wei­se ein Mit­tä­ter er­neut an­ge­ru­fen hat­ten und sich da­bei wei­ter­hin als Po­li­zei­be­am­ter aus­ga­ben. Da­bei wur­de dem Op­fer vor­ge­gau­kelt, dass al­les in Ord­nung sei und sie das Geld ru­hig über­wei­sen kön­ne. Da­zu kam es glück­li­cher­wei­se nicht.

Po­li­zei­spre­cher Man­fred Ja­ko­bi, zu­stän­dig für den Kreis Kle­ve, stell­te in dem Zu­sam­men­hang noch ein­mal klar, dass die Po­li­zei nicht als Über­mitt­ler von Ge­win­nen auf­tre­te. „Das ist im Grun­de ei­ne neue Va­ri­an­te des Te­le­fon­be­trugs, wo mit ei­ner Not- oder Ge­winn­la­ge je­mand da­zu ge­bracht wer­den soll, Zah­lun­gen zu leis­ten.“

Wer ähn­lich kon­tak­tiert wer­de, sol­le sich um­ge­hend an die Po­li­zei wen­den.

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