„Sze­nen ei­ner Ehe“– Kul­tour­büh­ne zeigt Klas­si­ker im Ka­s­tell

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM -

GOCH (RP) Das Klei­ne Thea­ter Bad Go­des­berg spielt am Mitt­woch, 21. Ok­to­ber, die Ins­ze­nie­rung „Sze­nen ei­ner Ehe“im Go­cher Ka­s­tell. Die Haupt­rol­len im gleich­na­mi­gen Film von 1975 wur­den von Liv Ull­mann und Er­land Jo­seph­son ge­spielt, in Goch ste­hen Au­ré­lie Thé­paut und Richard Hu­cke auf der Büh­ne.

Die­ses klas­si­sche Stück über ein Ehe­paar am Schei­de­weg hat nichts von sei­ner Bri­sanz ver­lo­ren. Ing­mar Berg­man be­geis­ter­te schon in den 70er Jah­ren das Pu­bli­kum mit die­sem Fern­seh­spiel. Ti­ckets zum Preis von 10,50 Eu­ro be­zie­hungs­wei­se 8,90 Eu­ro gibt es bei der Kul­tour­büh­ne im Rat­haus, Te­le­fon 02823 320202, E-Mail kul­tour­bue­h­ne@goch.de.

Zum In­halt: Jo­han und Ma­ri­an­ne sind seit zehn Jah­ren ver­hei­ra­tet und sie schei­nen wie ein vor­bild­li­ches Ehe­paar. Wie aus hei­te­rem Him­mel zer­bricht die vor­der­grün­di­ge Har­mo­nie: Jo­han ver­lässt sei­ne Frau und ge­steht ihr ein Ver­hält­nis. Ein er­neu­ter An­nä­he­rungs­ver­such ein hal­bes Jahr spä­ter schei­tert. Ge­sprä­che en­den er­geb­nis­los, weil bei­de nicht mehr die­sel­be Spra­che spre­chen. Es läuft ein fast nor­ma­ler Pro­zess mit ho­hem Wie­der­er­ken­nungs­wert ab: Man kennt Paa­re wie Jo­han und Ma­ri­an­ne. Sie ha­ben sich an­ein­an­der ge­wöhnt und kön­nen es nicht fas­sen, dass ih­re Lie­be ab­han­den­kam. „Wenn es um Be­zie­hun­gen geht, sind wir An­alpha­be­ten“, wird Jo­han spä­ter sa­gen.

Richard Hu­cke spielt fa­bel­haft genau die­sen leicht zer­streu­ten In­tel­lek­tu­el­len, der aus dem asep­ti­schen Ehe­ge­fäng­nis aus­bricht, um mit sei­ner jun­gen Ge­lieb­ten nur noch tie­fer ab­zu­tau­chen in ei­ne Ge­fühls­wirr­nis. Sei­ner selbst­mit­lei­di­gen Ma­cho-Dünn­häu­tig­keit setzt Au­ré- lie Thé­paut als Ma­ri­an­ne ei­ne durch emo­tio­na­le Ver­let­zun­gen ab­ge­här­te­te Ober­flä­che ent­ge­gen.

Es braucht viel Whis­ky für die nüch­ter­ne Be­stands­auf­nah­me: Sie has­sen sich und las­sen kaum ver­ba­le Ge­mein­hei­ten aus, weil sie von­ein­an­der nicht los­kom­men. Ma­ri­an­ne or­ga­ni­siert die Schei­dung, Jo­han nimmt es schuld­be­wusst ein­fach hin. Und doch knis­tert es zwi­schen den bei­den. Sie spielt ih­re ero­ti­sche Ener­gie aus, ver­lockt und ent­zieht sich. Er kehrt schließ­lich ins war­me Nest zu­rück. Ein iro­ni­sches Hap­py­End nach ei­nem er­bit­ter­ten Kampf. Vor al­lem je­doch zwei groß­ar­ti­ge Schau­spie­ler, die in je­der Mi­nu­te die­ser zwei­stün­di­gen Ehe­schlacht in­ten­siv be­rüh­ren.

FO­TO: PRI­VAT

Jo­han und Ma­ri­an­ne ste­hen am Schei­de­weg ih­rer Ehe.

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