Spa­zier­gang von Nas­sau bis Vol­taire

Rheinische Post Goch - - BLICKPUNKT KLEVE - VON MAT­THI­AS GRASS

In Kle­ve star­tet der Prinz-Mo­ritz-von-Nas­sau-Weg zu Fü­ßen der Schwa­nen­burg. Er schließt an der Grab­le­ge des Prin­zen an der Vol­taire-Weg an und lädt zu Wan­de­rung durch die hei­mi­sche Land­schaft bis zum Schloss Moy­land.

KLE­VE/BEDBURG-HAU Trä­ge liegt das Was­ser links des Wegs, der am Ufer ent­lang­führt. Es ist still hier un­ter­halb der Stadt. Wie ein Wald schir­men die Bäu­me des Hangs den Weg de­nen die Ka­no­nen und Mör­ser ver­senkt und zu Denk­ma­len er­rich­tet wur­den. Am En­de des Parks lag die ku­rio­se Grab­le­ge des Prin­zen – je­ne guss­ei­ser­ne Tum­ba mit in ei­ner halb­kreis­för­mi­gen Mau­er ein­ge­setz­ten an­ti­ken Fun­den. Ein stil­les Ar­ka­di­en für den kunst­sin­ni­gen wie krie­ge­ri­schen Fürs­ten mit dem Fai­b­le für Parks. Da­zu hat­te Mo­ritz ein Fai­b­le für den Aus­blick. An vie­len Stel­len ließ er Sit­ze an­le­gen. Hier saß der Wan­de­rer auf in den Bo­den ge­ramm­ten Ei­ser­nen Mör­sern und konn­te in die Lan­de bli­cken. Ei­nen sol­chen Sitz hat der Ar­beits­kreis Ker­mis­dal-We­te­ring vor drei Jah­ren wie­der auf­ge­stellt, un­ge­fähr an der Stel­le, wo die We­te­ring in den Ker­mis­dal über­geht un­ter­halb der B 9. Die­ser Sitz ist Rast auf dem Weg zum Gr­ab­mal. Vor­her pas­sier­te der Wan­de­rer die Lui­sen­brü­cke, wo Bän­ken und Tisch zur Sta­ti­on ein­la­den. Der Weg von der Burg vor­bei an Lui­sen­brü­cke und Aus­blick-Sitz „Kiek in de Pott“zum Gr­ab­mal trägt heu­te den Na­men des Prin­zen und führt über 3,5 Ki­lo­me­ter bis zum Pa­pen­berg ober der Grab­le­ge. Er be­lohnt den Wan­de­rer mit sei­nem gran­dio­sen Blick über die Gal­lei­en auf Kle­ve. Wer die kur­ze Stre­cke wählt, läuft von hier wie­der zu­rück über die Bir­nen­al­lee (Pflü­cken er­laubt) in den Gal­lei­en bis Kle­ve.

Der Weg er­zählt nicht nur Heim­ta­ge­schich­te son­dern auch von den Mü­hen der Men­schen, die die­ses al­te Stück Hei­mat wie­der gang­bar ge­macht ha­ben. Denn be­vor der Ar­beits­kreis Ker­mis­dal-We­te­ring un­ter Füh­rung von Ger­lin­de Sem­rauLen­sing die­ses Stück un­ter­halb der Burg wie­der „ur­bar“mach­te, droh­te der Weg zu ver­fal­len. Heu­te ist er nicht nur Tou­ris­mus-Ziel, son­dern auch ver­län­gert mit dem Vol­taireWeg schö­ne Wan­der­stre­cke, die bis zum Schloss Moy­land führt. Da lädt nach wei­te­ren 6,5 Ki­lo­me­tern das neue Ca­fé zum Snack.

Der Vol­taire-Weg zeigt dann den an­de­ren Nie­der­rhein, führt an haus Ro­sendal vor­bei, man blickt auf die Wie­sen und Wei­den. Und sein Na­me er­in­nert an das Tref­fen von Fried­rich dem Gro­ßen mit Vol­taire in Moy­land, viel­leicht auch dar­an, dass Vol­taire ei­ne Phi­lo­so­phenSchu­le in Kle­ve rich­ten woll­te. Doch schon da­mals lie­ßen sich die nicht über­zeu­gen, von Pa­ris an den Nie­der­rhein ins be­schau­li­che Kle­ve zu wech­seln. Auch wenn dort der Bad­be­trieb lock­te, wie Vol­taire die Stadt lob­te.

RP-FO­TO: GOTT­FRIED EVERS

Wie­sen- und Wald­land­schaf­ten säu­men den Wan­der­weg zwi­schen Kle­ve und Moy­land.

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