UN­SE­RE SEEL­SOR­GER (28): PAS­TOR JO­SEF BERNT­SEN Den rich­ti­gen Ton ge­trof­fen

Rheinische Post Goch - - GOTT UND DIE WELT - VON WER­NER STALDER

25 Jah­ren war Jo­sef Bernt­sen Pfar­rer in St.-An­to­ni­us Nüt­ter­den. 1996 starb er im Al­ter von 84 Jah­ren.

KRANENBURG-NÜT­TER­DEN 25 Jah­re, von 1958 bis 1983, war Jo­sef Bernt­sen Pfar­rer von Nüt­ter­den. Er wur­de am 12. April 1911 als zehn­tes Kind in Bor­ghees-Em­me­rich ge­bo­ren. Am 19. De­zem­ber 1936 er­hielt er durch Bi­schof Cle­mens Au­gust Graf von Ga­len die Pries­ter­wei­he. Als Ka­plan in Dül­men, Haus­dül­men und Her­ten galt sei­ne Zu­wen­dung und Sor­ge be­son­ders den Fa­mi­li­en. 1949 als Re­li­gi­ons­leh­rer an die Be­rufs­schu­le nach Dins­la­ken be­ru­fen, wur­de er als fro­her Pries­ter von der be­rufs­tä­ti­gen Ju­gend an­er­kannt. Sei­ne Be­ru­fung in die wach­sen­de Ge­mein­de von St.-An­to­ni­us Nüt­ter­den im Mai

„Pas­tor Bernt­sen war durch und durch

Seel­sor­ger“

Ur­su­la Klös­ters

Pfarr­se­kre­tä­rin

1958 er­schloss ihm die Mög­lich­keit, sei­ne un­ter­schied­li­chen Be­ga­bun­gen als klu­ger Pas­tor für die Klein­und Groß­fa­mi­li­en ein­zu­set­zen. Er kann­te und lieb­te sei­ne Ge­mein­de, und die Ge­mein­de kann­te ihn als hu­mor­vol­len Men­schen, als en­er­gi­schen, wil­lens­star­ken Mann und als stil­len Be­ter in der Pfarr­kir­che. Nach sei­ner Eme­ri­tie­rung ging er 1983 nach Keve­la­er und wirk­te dort seel­sorg­lich noch zwölf Jah­re. Schließ­lich fand er Auf­nah­me im Al­ten­heim St. Ge­r­e­ber­nus Sons­beck. Er starb am 30. Ja­nu­ar 1996 im Al­ter von 84 Jah­ren. Sein Gr­ab ist auf dem Fried­hof in Nüt­ter­den.

Mat­thi­as Pe­ters kann­te den Pas­tor seit der Ein­seg­nung sei­nes Hau­ses 1964, als Mit­glied des Kir­chen­vor­stan­des und als lang­jäh­ri­ger Vor­sit­zen­der der KAB. Er er­in­ner­te an den äl­te­ren Bru­der des Pas­tors, Pa­ter Bern­hard Bernt­sen, der oft in Nüt­ter­den weil­te und vor al­lem an ho­hen Fest­ta­gen ein gern­ge­se­he­ner Ze­le­brant und Pre­di­ger war. Ei­ne Nich­te des Nüt­ter­de­ner Seel­sor­gers war Pro­vin­zi­al­obe­rin Hy­ron­i­ma von den Vor­se­hungs­schwes­tern in Keve­la­er.

Ur­su­la Klös­ters, ab 1972 fünf Jah­re Pfarr­se­kre­tä­rin, lob­te das of­fe­ne gast­li­che Haus, wo­für vor al­lem die bei­den Haus­häl­te­rin­nen Do­ra und An­na Küh­ne sorg­ten. Die­se nah­men sich ger­ne Zeit für ein per­sön­li­ches Ge­spräch. „Pas­tor Bernt­sen war kein Ver­wal­tungs­mensch, son­dern durch und durch Seel­sor­ger“, weiß sie zu be­rich­ten. Und Mat­thi­as Pe­ters zi­tiert den Pfar­rer im Hin­blick auf ein gu­tes Es­sen: „Der lie­be Gott hat die gu­ten Sa­chen nicht nur für die bö­sen Men­schen wach­sen las­sen.“Auf Wunsch von Bi­schof Lett­mann wur­den bei des­sen Be­such di­cke Boh­nen mit Speck ge­kocht. Lui- se Jan­sen, ab 1974 bis 1983 Küs­te­rin, er­in­nert sich an ei­nen tief­gläu­bi­gen Mann, der das Ro­sen­kranz­ge­bet pfleg­te, vor je­der Rei­se den Se­gen sprach und den Kran­ken im Dorf und im Kran­ken­haus die Kom­mu­ni­on brach­te. Er war of­fen für die Ju­gend­ar­beit, er­freu­te sich an der zeit­ge­mä­ßen Li­t­ur­gie­ge­stal­tung durch die Sing- und Spiel­schar und för­der- te den Pries­ter­nach­wuchs, so dass zwei Män­ner aus sei­ner Ge­mein­de zum Pries­ter ge­weiht wer­den konn­ten. Selbst im Ru­he­stand be­kam er noch oft Be­such aus Nüt­ter­den.

Die Lis­te sei­ner Ak­ti­vi­tä­ten in St.An­to­ni­us Nüt­ter­den ist lang: Re­no­vie­rung, Um­bau und Hei­zung, Pas­to­rat, Kir­chen­bän­ke durch neue er­setzt, neue Turm­uhr, Bau ei­ner neu­en Sa­kris­tei, Bau der Fried­hofs­hal­le, ei­ner neu­en Or­gel­büh­ne, ei­ner neu­en Or­gel, Er­wei­te­rung des Kin­der­gar­tens und Um­bau des Pfarr­hei­mes, fer­ner 1978 Wei­he ei­nes neu­en Al­ta­res.

Am 20. De­zem­ber 1981 wur­den die neu­en Glo­cken ge­weiht. Jo­sef Bernt­sen blieb zeit­le­bens der nie­der­rhei­ni­schen Land­schaft und ih­ren Men­schen ver­bun­den.

FO­TOS (3): PRI­VAT

Pas­tor Bernt­sen bei der Glo­cken­wei­he 1981.

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