John­ny Depp kann es doch noch

Rheinische Post Goch - - KINO - VON PE­TER CLAUS

Fast war er ver­schmol­zen mit der Rol­le des Pi­ra­ten mit Ma­rot­ten. Doch jetzt zeigt John­ny Depp in „Black Mass“, wie prä­zi­se er ei­nen Gangs­ter spie­len kann. Er über­zeich­net nichts – und ist genau dar­um bril­lant.

Ja­mes „Whi­tey“Bul­ger stieg in den 1970er Jah­ren in Bos­ton zu ei­nem der be­rüch­tigs­ten Ver­bre­cher der USA auf. Er brach­te es so weit, weil er mit dem FBI zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat­te. Die Ge­set­zes­hü­ter nutz­ten den Gangs­ter als In­for­man­ten. Er half, ei­ni­ge Ma­fio­si aus­zu­schal­ten. Doch sein Ge­winn war grö­ßer: Dank der Zu­sam­men­ar­beit mit den Staats­die­nern und dem da­mit ver­bun­de­nen Wis­sen über die kon­kur­rie­ren­den Ver­bre­cher konn­te Bul­ger

Ja­mes Bul­ger gab sich als Wolf im Schafs­pelz und hat in den 1970er Jah­ren Bos­ton un­si­cher

ge­macht

ein über­aus pro­fi­ta­bles Im­pe­ri­um des Bö­sen eta­blie­ren.

Der Ki­no­film zum Tat­sa­chen­ro­man „Black Mass: The True Sto­ry of an Un­holy Al­li­an­ce Bet­ween the FBI and the Irish Mob“von Dick Lehr und Ger­ard O’Neill setzt ins­be­son­de­re auf die Aus­strah­lung von John­ny Depp in der Rol­le von Bul­ger. Der Su­per­star über­rascht zu­nächst mit ei­ner ver­blüf­fen­den Mas­ke: Schmer­bauch und Glat­ze las­sen ihn wie ei­nen dump­fen Durch­schnitts­Pro­le­ten aus­se­hen. Er ist kaum zu er­ken­nen.

Wich­ti­ger als die äu­ße­re Er­schei­nung aber ist die Gestal­tungs­kraft, mit der John­ny Depp auf­trumpft: mit klei­nen ges­ti­schen Mit­teln, die er scharf kon­tu­riert, ent­wi­ckelt Depp ein nu­an­cier­tes Cha­rak­ter­por­trät. Da­bei de­nun­ziert er Bul­ger nicht ein­di­men­sio­nal als bru­ta­len Macht­men­schen, son­dern zeigt un­ter­schied­li­che Fa­cet­ten des Man­nes mit dem si­che­ren In­stinkt für den Er­folg schmut­zi­ger Ge­schäf­te .

Re­gis­seur Scott Co­oper, selbst er­fah­ren als Schau­spie­ler, hat 2009

FO­TO: DPA

Man er­kennt ihn kaum wie­der: John­ny Depp als Pro­let und Gangs­ter.

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