Ade­nau­ers Nach­fol­ger: Lud­wig Er­hard

Rheinische Post Goch - - UNTERHALTUNG -

„Wohl­stand für Al­le“, lau­te­te das Ziel des CDU-Po­li­ti­kers Lud­wig Er­hard. Dar­an ar­bei­te­te er schon als Wirt­schafts­mi­nis­ter un­ter Bun­des­kanz­ler Kon­rad Ade­nau­er. Am 16. Ok­to­ber 1963 wur­de der stu­dier­te Öko­nom vom Deut­schen Bun­des­tag mit 279 Stim­men selbst zum Bun­des­kanz­ler ge­wählt. Ade­nau­er war we­ni­ge Ta­ge zu­vor nach 14-jäh­ri­ger Amts­zeit zu­rück­ge­tre­ten. Schon in sei­ner Re­gie­rungs­er­klä­rung zwei Ta­ge nach der Wahl be­ton­te Er­hard, wie wich­tig er wirt­schaft­li­che Fra­gen auch als Kanz­ler neh­men wol­le. Sei­ne Haupt­auf­ga­be se­he er dar­in, Prei­se und Wäh­rung sta­bil zu hal­ten, er­klär­te er. Au­ßer­dem kün­dig­te er ei­nen „neu­en po­li­ti­schen Stil“und ei­ne „Po­li­tik der Mit­te und der Ver­stän­di­gung“an. Das herz­li­che Ver­hält­nis zwi­schen Frank­reich und Deutsch­land kühl­te un­ter Er­hard leicht ab – sehr zur Ver­är­ge­rung des Alt­kanz­lers Ade­nau­er, für den die deutsch-fran­zö­si­sche Freund­schaft die wohl wich­tigs­te Chan­ce für ei­ne eu­ro­päi­sche Ei­ni­gung dar­stell­te. Er­hard pfleg­te en­ge Be­zie­hun­gen zu den USA und ließ erst­mals di­plo­ma­ti­sche Be­zie­hun­gen zum Staat Is­ra­el auf­neh­men. 1965 wur­de Er­hard nach der Bun­des­tags­wahl wie­der­ge­wählt, im Jahr dar­auf zer­brach al­ler­dings die Ko­ali­ti­on aus CDU/CSU und FDP. Die fol­gen­de Gro­ße Ko­ali­ti­on wähl­te 1966 Kurt Ge­org Kie­sin­ger zum Bun­des­kanz­ler. Er­hard starb 1977 im Al­ter von 80 Jah­ren in Bonn. Den Men­schen in Deutsch­land blieb er vor al­lem als „Va­ter des Wirt­schafts­wun­ders“in Er­in­ne­rung.

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