Blat­ter kri­ti­siert Ethik­kom­mis­si­on

Rheinische Post Goch - - WM-SKANDAL -

ZÜ­RICH (dpa/sid) Der um­strit­te­ne Fi­fa-Prä­si­dent Jo­seph Blat­ter hat der Ethik­kom­mis­si­on des Fuß­ball­Welt­ver­ban­des vor­ge­wor­fen, ge­gen ihn ein „Schnell­ver­fah­ren“durch­ge­zo­gen zu ha­ben. Sei­ne Su­s­pen­die­rung durch die Kom­mis­si­on am 8. Ok­to­ber noch vor ei­nem Er­geb­nis staats­an­walt­li­cher Er­mitt­lun­gen sei ei­ne „Vor­ver­ur­tei­lung“, sag­te der 79-Jäh­ri­ge ges­tern in ei­nem In­ter­view des Re­gio­nalFern­seh­sen­ders RRO in sei­nem Schwei­zer Hei­mat­kan­ton Wal­lis.

„Ich ha­be nie­man­den be­nach­tei­ligt, ha­be kein Geld ge­stoh­len und ich bin auch kein Mör­der. Ich ste­he da wie der Ochs vorm Berg und fra­ge mich: was ist denn hier pas­siert?“, sag­te der 79-Jäh­ri­ge in dem knapp 20-mi­nü­ti­gen Ge­spräch.

Es ge­be auch ei­ne Vor­ver­ur­tei­lung in den Me­di­en, die ihn schmer­ze. „Bei der Uno und über­all kann man le­sen, dass es ein Men­schen­recht ist, an­ge­hört zu wer­den“, sagt Blat­ter. Ihm sei die­ses Recht bis­lang ver­wei­gert wor­den. Die Ethik­kom­mis­si­on hat­te kei­ne ge­nau­en Grün­de für ih­re Ent­schei­dung ge­nannt.

Hin­ter­grund ist of­fen­bar ei­ne Zah­lung Blat­ters an den UE­FA-Chef Mi­chel Pla­ti­ni in Hö­he von 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro aus dem Jahr 2011. Blat­ter sag­te, die Zah­lung ge­he auf ein „Gen­tle­men’s Agree­ment“(ei­ne Ab­spra­che un­ter Eh­ren­leu­ten) zu­rück. Da­bei sei „al­les rech­tens“ge­we­sen.

Die Su­s­pen­die­rung durch die von ihm selbst ge­schaf­fe­ne Ethik­kom­mis­si­on sei für ihn „ein schwe­rer Schlag, ein Schock“ge­we­sen, räum­te er ein. „Aber sie ist auch ei­ne Be­frei­ung.“Er kön­ne jetzt auf sein Le­ben zu­rück­schau­en und sich in Ru­he über­le­gen, wie er es wei­ter gestal­ten wol­le.

„Es ist ein Men­schen­recht, an­ge­hört zu wer­den“

Sepp Blat­ter

Fi­fa-Prä­si­dent

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