Land und Städ­te rin­gen um Kos­ten für die Flücht­lin­ge

Rheinische Post Goch - - POLITIK -

DÜSSELDORF (hüw) Auf die Städ­te in NRW kom­men we­gen der Flücht­lin­ge „enor­me Zu­satz­her­aus­for­de­run­gen“zu. Dar­auf weist der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Land­kreis­ta­ges NRW, Mar­tin Klein, in ei­nem Bei­trag hin, der un­se­rer Zei­tung ex­klu­siv vor­liegt. Dem­nach kön­nen Flücht­lin­ge, de­nen Asyl ge­währt wird, So­zi­al­leis­tun­gen – vor al­lem Grund­si­che­rung für Ar­beit­su­chen­de – be­an­spru­chen. Mit­hin wer­de die Zahl der Be­darfs­ge­mein­schaf­ten stei­gen, wo­bei die Kos­ten für Un­ter­brin­gung und Hei­zung ( KdU) größ­ten­teils von den Städ­ten und Krei­sen zu tra­gen sind. Klein rech­net da­mit, dass ein Kreis bis zu 3000 Be­darfs­ge­mein­schaf­ten zu­sätz­lich zu be­treu­en ha­be. Bei durch­schnitt­li­chen KdU-Leis­tun­gen je Be­darfs­ge­mein­schaft von 380 Eu­ro pro Mo­nat oder 4500 Eu­ro im Jahr ma­che dies et­wa zehn Mil­lio­nen Eu­ro Zu­satz­kos­ten je Kreis aus.

Am Mitt­woch wer­den die Kom­mu­nen mit der Lan­des­re­gie­rung dar­über ver­han­deln, wie die Kos­ten künf­tig auf­ge­teilt wer­den. Der Bund will ab 2016 den Län­dern 670 Eu­ro pro Mo­nat und Flücht­ling ge­ben, so­lan­ge das Asyl­ver­fah­ren an­dau­ert. Die Fra­ge, ob das Land be­reit sei, den Be­trag un­ge­kürzt an die Kom­mu­nen wei­ter­zu­lei­ten, ließ das In­nen­mi­nis­te­ri­um auf An­fra­ge of­fen. Dem Ver­neh­men nach be­an­sprucht das Land ei­nen Teil für sich, weil es selbst Erst­auf­nah­me-Ein­rich­tun­gen un­ter­hält.

Und wer zahlt was nach der An­er­ken­nung der Asyl­be­wer­ber? Die Kom­mu­nen for­dern vom Land ei­ne Kopf­pau­scha­le von 1000 Eu­ro pro Mo­nat, die auch die In­te­gra­ti­ons­kos­ten (Sprach­för­de­rung, Schu­le und Ki­ta) ein­schließt. Auch Fi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans (SPD) hat ge­gen­über dem Bund die Kos­ten auf 12.500 Eu­ro im Jahr pro Flücht­ling be­zif­fert. Der­zeit zahlt das Land den Kom­mu­nen le­dig­lich 7.578 jähr­lich pro Flücht­ling.

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