Deutsch­land ist Müll-Eu­ro­pa­meis­ter

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

BERLIN (dpa) Der Kaf­fee zum Mit­neh­men, die Tief­kühl­piz­za, On­li­neBe­stel­lun­gen: In Deutsch­land sind er­neut mehr Ver­pa­ckun­gen auf dem Müll ge­lan­det. Je­der Ein­woh­ner warf 2013 rech­ne­risch knapp 213 Ki­lo­gramm da­von weg, wie das Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um auf ei­ne Grü­nen-An­fra­ge ant­wor­te­te. Das sind pro Kopf sechs Ki­lo­gramm mehr als im Jahr da­vor. Ins­ge­samt ka­men rund 17,1 Mil­lio­nen Ton­nen Ver­pa­ckungs­ab­fäl­le zu­sam­men, vor al­lem Pa­pier und Kar­tons, Kunst­stof­fe und Glas. Auch je Ein­woh­ner hat Deutsch­land das höchs­te Ver­pa­ckungs­auf­kom­men in der Eu­ro­päi­schen Uni­on, wie das Mi­nis­te­ri­um er­läu­ter­te.

Die Vor­sit­zen­de des Bun­des­tags­Um­welt­aus­schus­ses, Bär­bel Höhn (Grü­ne), sag­te, un­nüt­ze Ver­pa­ckun­gen müss­ten ver­mie­den wer­den: „Wir brau­chen An­rei­ze, dass die Kaf­fee­kap­sel nicht drei­fach ver­packt ist.“Auch Sa­lat­gur­ken müss­ten nicht noch ex­tra mit Plas­tik­fo­lie über­zo­gen sein. Der um­welt­po­li­ti­sche Spre­cher der Grü­nen, Pe­ter Mei­wald, sag­te: „Wir ent­wi­ckeln uns

Pe­ter Mei­wald im­mer mehr zur Weg­werf­ge­sell­schaft – durch kür­ze­re Nut­zungs­dau­ern, stei­gen­den Nah­rungs­mit­tel­kon­sum au­ßer Haus und klei­ne Ein­hei­ten im Han­del.“Als ein Grund für wach­sen­de Men­gen an Ver­pa­ckungs­müll gilt der Trend zu Kaf­fee und Le­bens­mit­teln für un­ter­wegs. Zu­dem wer­den ge­ne­rell mehr Pro­duk­te im­por­tiert, wie das Mi­nis­te­ri­um er­läu­ter­te. Da­bei wür­den er­heb­lich we­ni­ger Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen ver­wen­det. Mehr Ver­pa­ckun­gen gibt es auch, weil zu­se­hends klei­ne­re Por­ti­ons­grö­ßen für Sing­le- oder Se­nio­ren­haus­hal­te an­ge­bo­ten wer­den. Beim wach­sen­den On­li­ne-Han­del wer­den die Wa­ren in Kar­tons ver­schickt.

Das Um­welt­mi­nis­te­ri­um be­ton­te, mög­lichst vie­le Ab­fäl­le soll­ten re­cy­celt wer­den. Ein ge­plan­tes Wert­stoff­ge­setz sieht vor, die bis­he­ri­ge gel­be Ton­ne und den gel­ben Sack zu ei­ner Wert­stoff­ton­ne zu er­wei­tern. Die­se soll nicht nur wie bis­her Ver­pa­ckun­gen auf­neh­men, son­dern auch an­de­re Wert­stof­fe aus Kunst­stoff und Me­tall wie Klei­der­bü­gel oder aus­ran­gier­tes Plas­tik­spiel­zeug.

„Wir ent­wi­ckeln uns

im­mer mehr zur Weg­werf­ge­sell­schaft“

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