„De Dun“lohnt Be­such auch im Herbst

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST - VON AN­JA SETT­NIK

Wil­li Mie­sen führt re­gel­mü­ßig durch Wis­sels Bin­nen­düne und emp­fiehlt ei­ne Wan­de­rung auch in der küh­le­ren Jah­res­zeit. Noch blüht das gel­be Greis­kraut, und die He­cken be­gin­nen sich bunt zu fär­ben.

KALKAR-WIS­SEL Fern­ab des Mee­res durch Dü­nen wan­dern – das kann der Nie­der­rhei­ner prak­tisch vor der Haus­tür. Da sind zum ei­nen die Maas­dü­nen auf nie­der­län­di­scher Sei­te gleich hin­ter Goch oder Keve­la­er, ei­ne wei­te­re „Bin­nen­düne“gibt es so­gar noch wei­ter im Os­ten: in Wis­sel. Un­mit­tel­bar an die Be­bau­ung des Dor­fes an­gren­zend sind die „Wis­se­ler Dü­nen“na­tür­lich für die san­tes über Wis­sels öko­lo­gi­sche Be­son­der­heit, die dort Aus­flüg­lern als Ganz­jah­res­ziel emp­foh­len wird. Zu je­der Jah­res­zeit las­sen sich loh­nen­de Per­spek­ti­ven fin­den, und im­mer lohnt auch ein Blick zu Bo­den. „Jetzt im frü­hen Herbst leuch­tet noch sehr schön das gel­be Greis­kraut, das in vol­ler Blü­te steht.“Auch Pil­ze las­sen sich schon se­hen, der gro­ße Bo­vist zum Bei­spiel oder der rot-wei­ße Flie­gen­pilz. „Wohl je­der fühlt sich an­ge­spro­chen von den Herbst­far­ben des Lau­bes, das sich der­zeit auch in den He­cken und Bü­schen der Fluss­dü­ne wie­der­fin­det“, sagt Mie­sen.

Über noch viel mehr Pflan­zen und Tie­re kann der Eh­ren­amt­ler be­rich­ten, der „de Dun“wie sei­ne sprich­wört­li­che Wes­ten­ta­sche kennt. Sand­grä­ser, Ma­ger­wei­den und Weiß­dorn­sträu­cher kann er zei­gen, meist eher un­schein­ba­re Ge­wäch­se, die mit dem kar­gen Bo­den am bes­ten zu­recht­kom­men. Im Herbst hat die Ge­gend ei­nen an­de­ren Cha­rak­ter als im Früh­jahr oder Som­mer, und Mie­sen kann nicht sa­gen, wann sie ihm am bes­ten ge­fällt. Dass sei­ne Ok­to­ber-Füh­rung für die­ses Jahr die letz­te war, er­klärt er nicht mit dem feh­len­den Reiz der Dü­ne im Win­ter, son­dern mit an­de­ren At­trak­tio­nen, die dem­nächst Be­su­cher eher an­spre­chen: Ad­vents- und Weih­nachts­märk­te.

Aber man kann das Ge­biet auch oh­ne Füh­rung leicht er­wan­dern (Ka­me­ra nicht ver­ges­sen!), zu­mal die Stadt Kalkar kürz­lich neue In­fo­Schil­der auf­ge­stellt hat und die al­ten ma­ro­den Sta­tio­nen ent­fernt hat. „Vier in­for­ma­ti­ve Ta­feln und ei­ne Hör­sta­ti­on wur­den er­rich­tet. Sie schei­nen bei den Be­su­chern der Dü­nen gut an­zu­kom­men; ich ha­be schon vie­le Spa­zier­gän­ger da­vor ste­hen se­hen“, sagt Mie­sen. Er­rich­tet wur­den die Ta­feln am Dü­nen­ein­gang an der Hel­len­d­orn­stra­ße so­wie na­he des Bun­kers mit­ten im Ge­län­de.

An drei Sei­ten ist die Fluss­dü­ne von Was­ser um­ge­ben: heu­te sind es Bag­ger­se­en. Vor lan­ger Zeit, im Mit­tel­al­ter, f loss der Rhein hier ent­lang. Bei sei­nen re­gel­mä­ßi­gen Über­schwem­mun­gen hin­ter­ließ er Mas­sen von Sand, der in tro­cke­nen Som­mern ver­weht wur­de und sich am Orts­rand von Wis­sel zu Sand­ber­gen auf­türm­te. In­zwi­schen sind die Wis­se­ler Dü­nen ein Na­tur­schutz­ge­biet, das we­der der Land­wirt­schaft, noch der Su­che nach Bau­plät­zen ge­op­fert wer­den kann. Die Wild­bie­nen, Kä­fer und Schmet­ter­lin­ge, die eben­so wie Feld­ler­che und Wie­sen­pie­per hier le­ben, wer­den erst wie­der im Früh­jahr auf sich auf­merk­sam ma­chen. Dann, wenn Mie­sen wie­der zum na­tur­kund­li­chen Spa­zier­gang ein­lädt.

RP-FOTO: GOTT­FRIED EVERS

Gäs­te­füh­rer Wil­li Mie­sen in den Wis­se­ler Dü­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.