Le­ver­ku­sen bringt HSV-Er­fah­rung mit

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON STE­FA­NIE SANDMEIER

Ha­kan Cal­ha­nog­lu und Jo­na­than Tah tref­fen heu­te auf ih­ren Ex-Klub.

LE­VER­KU­SEN Der Ham­bur­ger SV hat sei­ne Spiel­an­kün­di­gung si­cher nicht bö­se ge­meint. „Kommt Ihr uns mal nach Hau­se!“for­mu­lier­te der Klub sei­ne Be­grü­ßungs­wor­te an den heu­ti­gen Geg­ner Bay­er Le­ver­ku­sen (15.30 Uhr). Wer weiß, wie’s ge­meint ist, kann durch­aus dar­über schmun­zeln. So oder so hat der Ver­ein da­mit Ge­sprächs­stoff ge­lie­fert, des­sen Wor­te (zu­min­dest) ei­ni­ge Fans dank­bar auf­ge­nom­men ha­ben, die sich in ih­rer Denk­wei­se be­stä­tigt füh­len, dass der Werks­klub dem HSV seit ge­rau­mer Zeit die Ta­len­te ab­wirbt. In den so­zia­len Netz­wer­ken je­den­falls war zu die­sem The­ma ei­ni­ges los.

Nach Sid­ney Sam (2010), He­ungMin Son, Uwe See­lers En­kel Le­vin Özt­u­na­li (bei­de 2013) und Ha­kan Cal­ha­nog­lu (2014) wech­sel­te mit dem 19-jäh­ri­gen In­nen­ver­tei­di­ger Jo­na­than Tah im Som­mer das fünf­te Top-Ta­lent bin­nen fünf Jah­ren an den Rhein. Rund 34 Mil­lio­nen Eu­ro flos­sen da­bei an den HSV, des­sen Fans bei al­ler Kri­tik aber all­zu oft ver­ges­sen, dass die Trans­fers stets klam­men Han­sea­ten auch im­mer wie­der die lee­ren Kas­se füll­ten. Al- lein den Süd­ko­rea­ner Son ließ sich Bay­er 04 zehn Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten, da­zu be­kam der HSV drei Mil­lio­nen nach des­sen Trans­fer zu Tot­ten­ham. Für Tah über­wies der Werks­klub knapp acht Mil­lio­nen Eu­ro – übel nah­men die Fans den Ab­gang aber nur Ha­kan Cal­ha­nog­lu, der das bei sei­nem ver­gan­ge­nen Gast­spiel zu spü­ren be­kam.

Das Thea­ter, das mit sei­nem um­strit­te­nen Wech­sel ein­her­ging, ist hin­läng­lich er­zählt. Die Art und Wei­se miss­fiel. Der HSV er­hielt zu­min­dest stol­ze 14,5 Mil­lio­nen Eu­ro – ver­säum­te in die­sem Zu­sam­men­hang aber in al­ler Deut­lich­keit zu er­klä­ren, dass man dem Tür­ken ei­nen Wech­sel bei ent­spre­chen­der Ab­lö­se münd­lich zu­ge­si­chert hat­te. Wo­mög­lich wä­re bei Cal­ha­nog­lus Rück­kehr dann we­ni­ger Zünd­stoff im Spiel ge­we­sen. „Al­le auf die zehn“, ge­hör­te mit dem ob­li­ga­to­ri­schen Pfeif­kon­zert noch zu den net­te­ren Ru­fen der Nord­kur­ve. Auch auf dem Feld war die Stim­mung auf­ge­heizt. 54 Fouls und neun Gel­be Kar­ten wies die Sta­tis­tik am En­de auf. „Das war mehr Treib­jagd als Fuß­ball“, schimpf­te Trai­ner Ro­ger Schmidt nach der 0:1-Nie­der­la­ge, der sich für das heu­ti­ge Du­ell aber kei­ne Sor­gen macht. „Wir ha­ben in Bar­ce­lo­na und bei At­lé­ti­co Ma­drid ge­spielt, und da herrsch­te auch nicht ge­ra­de Fried­hof­stim­mung.“

Un­ter Be­ob­ach­tung wird auch das ers­te Auf­ein­an­der­tref­fen von Emir Spa­hic mit sei­nen Ex-Kol­le­gen ste­hen. In Le­ver­ku­sen wur­de der Bos­ni­er we­gen ei­ner Prü­ge­lei mit ei­nem Ord­ner sus­pen­diert, beim HSV stieg er in­zwi­schen zum Ab­wehr­chef auf. „Bei uns hat er ei­nen Feh­ler ge­macht und ist da­für be­straft wor­den. Jetzt nutzt er sei­ne Chan­ce, sein Image zu kor­ri­gie­ren“, sag­te Schmidt, der oh­ne sei­nen am Sprung­ge­lenk ver­letz­ten Ka­pi­tän Lars Ben­der und den ge­sperr­ten Wen­dell nach Hamburg reis­te.

FOTO: DPA

Wech­sel­te im Som­mer von der El­be an den Rhein: Jo­na­than Tah.

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