Olym­pi­scher TV-Ka­nal könn­te im März 2016 auf Sen­dung ge­hen

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON HEINZ-PE­TER KREU­ZER

MO­NA­CO (sid) Der olym­pi­sche TVKa­nal des In­ter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tees (IOC) nimmt wei­ter For­men an. Schon im März 2016 könn­te das „Lieb­lings­kind“von IOC-Prä­si­dent Tho­mas Bach auf Sen­dung ge­hen, an­de­re Ex­per­ten rech­nen eher mit ei­nem spä­te­ren Da­tum zum Jah­res­wech­sel 2016/ 2017. Auch TV-Part­ner und Spon­so­ren sol­len spä­tes­tens dann im gro­ßen Stil mit an Bord sein.

„Es ist ei­ne gro­ße Chan­ce für die olym­pi­sche Sport­welt, sich me­di­al bes­ser zu prä­sen­tie­ren und ih­re In­hal­te noch wei­ter zu ver­brei­ten. Der Wert für al­le Be­tei­lig­ten stei­gert sich“, sag­te Mark Park­man, Ge­ne­ral Ma­na­ger des Olym­pi­schen Ka­nals, bei der welt­weit größ­ten Sport­rech­te­mes­se Spor­tel in Mo­na­co.

Klar, das IOC will mit dem Sen­der in ers­ter Li­nie viel Geld ver­die­nen und preist sein Me­di­en-Pro­jekt flei­ßig an. Für TV-Ver­an­stal­ter und Ra­dio­sta­tio­nen bie­te die neue Platt­form die Chan­ce, „sich noch en­ger an die Spie­le zu bin­den. Nicht nur die 17 Ta­ge bei Olym­pia al­le zwei Jah­re, son­dern 365 Ta­ge im Jahr“, wie Park­man wei­ter aus­führ­te.

Wett­kämp­fe der Olym­pi­schen Spie­le wer­den auf die­sem Sen­der nicht zu se­hen sein, weil das IOC die Rech­te für viel Geld an pri­va­te Sen­der in al­le Welt ver­kauft. So ver­gab die Rin­ge-Or­ga­ni­sa­ti­on die Rech­te für Eu­ro­pa an den Spie­len von 2018 bis 2024 an Dis­co­very Com­mu­ni­ca­ti­ons, das mit Eu­ro­sport im Ge­päck ARD und ZDF aus­stach. Al­ler­dings ent­schied sich das IOC auch des­halb für das US-Un­ter­neh­men, weil es sich ver­pflich­te­te, den neu­en Olym­pia-Sen­der mit­zu­ent­wi­ckeln.

Pro­fi­tie­ren soll vom neu­en Olym­pia-Fern­se­hen der ge­sam­te Sport in sei­ner Brei­te. Sport­ar­ten und Dis­zi­pli­nen, die aus Man­gel an öf­fent­li­chem In­ter­es­se in der Be­richt­er­stat­tung oft zu kurz kom­men, er­hal­ten ein Po­di­um. In der Pra­xis sieht das so aus: Wenn ein in­ter­na­tio­na­ler Sport-Ver­band die Me­di­en­rech­te in vi­el­leicht 60 Län­der ver­kauft, dann zei­ge der Olym­pia-Ka­nal die Wett­kämp­fe in den an­de­ren 140 Län­dern. Das The­ma soll bei der Ge­ne­ral-Ver­samm­lung der Na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tees (ANOC) En­de Ok­to­ber in Wa­shing­ton wei­ter dis­ku­tiert wer­den.

Da­bei ist Wer­bung ein wich­ti­ger Fak­tor, denn der Olym­pia-Ka­nal soll auf al­len Platt­for­men frei emp­fang­bar sein. Für die ers­ten sie­ben Jah­re ga­ran­tiert das IOC 490 Mil­lio­nen Eu­ro Start­hil­fe. Chu­pin gibt als Ziel aus: „Wir wol­len lang­fris­tig pro­fi­ta­bel wer­den, die Auf­merk­sam­keit für den olym­pi­schen Sport er­hö­hen und uns ei­ne jün­ge­re Ziel­grup­pe er­schlie­ßen.“Aus die­sem Grund ist der Olym­pia-Ka­nal pri­mär ei­ne di­gi­ta­le Platt­form un­ter an­de­rem mit Live-Sport und Vi­deo on De­mand. Für die jün­ge­re Ziel­grup­pe sol­len ei­ge­ne In­hal­te pro­du­ziert wer­den, für das ers­te Jahr sind 250 St­un­den ge­plant. Der­zeit wird mit Pro­du­zen­ten auch über neue For­ma­te ge­spro­chen, da­bei geht es von Zehn-Se­kun­den-Clips bis hin zu 90-Mi­nu­ten-Fil­men. „Wir sa­gen ih­nen, seid krea­tiv, denkt über Din­ge nach, die noch nie ge­macht wur­den. Macht In­hal­te, die auch für Youtube re­le­vant sind“, er­läu­ter­te Park­man.

FOTO: DPA

IOC-Prä­si­dent Tho­mas Bach

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