Flücht­lin­ge wer­den zu we­nig ge­för­dert

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT - VON BIR­GIT MARSCHALL

Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit ist in Erst­auf­nah­me­zen­tren nicht über­all ak­tiv.

BERLIN Die Maß­nah­men der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) zur schnel­le­ren Ar­beits­markt­in­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge hal­ten sich nach Aus­kunft der Bun­des­re­gie­rung noch in Gren­zen. Über das Mo­dell­pro­jekt „Ear­ly In­ter­ven­ti­on“hin­aus, an dem bis­her rund 800 Asyl­be­wer­ber so­fort nach der An­kunft teil­neh­men kön­nen, sei die BA der­zeit noch nicht in al­len Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen ak­tiv, heißt es in der Ant­wort des Ar­beits­mi­nis­te­ri­ums auf ei­ne klei­ne An­fra­ge der Lin­ken-Frak­ti­on. „Zu­künf­ti­ges Ziel ist es, dass die Bun­des­agen­tur der Ar­beit den In­te­gra­ti­ons­pro­zess für Asyl­su­chen­de und Flücht­lin­ge mit gu­ter Blei­be­per­spek­ti­ve zum frü­hest­mög­li­chen Zeit­punkt in al­len Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen be­ginnt“, heißt es.

Die Re­gie­rung hat­te BA-Chef Frank-Jür­gen Wei­se Mit­te Sep­tem­ber auch zum Lei­ter des Bun­des­am­tes für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) er­nannt – mit dem Ziel, die

Sa­bi­ne Zim­mer­mann Ar­beits­markt­in­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge zu ver­bes­sern. Doch die Be­mü­hun­gen lau­fen erst schlep­pend an, wie die Ant­wort zeigt.

So soll erst „ab Mit­te 2016 die be­rufs­be­zo­ge­ne Sprach­för­de­rung mit ei­nem bun­des­fi­nan­zier­ten Pro­gramm deut­lich aus­ge­baut und mit den In­te­gra­ti­ons­kur­sen en­ger ver- knüpft wer­den“. Die Fremd­spra­chen­kennt­nis­se der BA-Mit­ar­bei­ter wür­den erst seit dem Sep­tem­ber zen­tral er­fasst. Von den ins­ge­samt 52.000 BA-Be­schäf­tig­ten hät­ten bis­her erst 6400 an Schu­lun­gen zur in­ter­kul­tu­rel­len Öff­nung oder zum Aus­län­der­recht teil­ge­nom­men.

„Die In­te­gra­ti­on kann nur ge­lin­gen, wenn sich die Bun­des­agen­tur für Ar­beit neu auf­stellt“, mahn­te die Lin­ken-Po­li­ti­ke­rin Sa­bi­ne Zim­mer­mann. Deutsch­land ste­he vor der Auf­ga­be, bis­her un­ge­lös­te Pro­ble­me wie ver­fes­tig­te Lang­zeit­er­werbs­lo­sig­keit an­zu­ge­hen und zu­gleich Flücht­lin­ge auf dem Weg in Ar­beit zu un­ter­stüt­zen. „Da­für be­darf es mehr Per­so­nal mit gu­ter Qua­li­fi­ka­ti­on und mehr Geld für Qua­li­fi­zie­rungs- und Un­ter­stüt­zungs­maß­nah­men. Die Re­gie­rung muss hier klot­zen, nicht kle­ckern.“

„Die Re­gie­rung muss bei der Qua­li­fi­zie­rung von Flücht­lin­gen klot­zen,

nicht kle­ckern“

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