Bay­er 04 geht mit Of­fen­siv-Sor­gen ins Du­ell mit Rom

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON SI­MON JANSSEN

HAMBURG/LE­VER­KU­SEN Dass ein Spie­ler von Bay­er 04 die Hän­de über dem Kopf zu­sam­men­schlägt, ist in die­sen Wo­chen ein häu­fi­ges Bild. Mal ist ein ver­stol­per­tes Dribb­ling, mal ein Schuss, der un­glück­lich über den Fuß rutscht, mal ei­ne Glanz­pa­ra­de des ge­ne­ri­schen Tor­hü­ters Ur­sa­che für die ge­nerv­te Re­ak­ti­on. Die Werkself und ih­re man­gel­haf­te Chan­cen­ver­wer­tung – ein Run­ning Gag, über den in Le­ver­ku­sen nie­mand la­chen kann.

Auch ge­gen den Ham­bur­ger SV (0:0) lief es am Sams­tag in der Of­fen­si­ve al­les an­de­re als glück­lich. Die Mann­schaft von Trai­ner Ro­ger Schmidt war zwar spie­le­risch über- le­gen, ließ in ei­ner ins­ge­samt schwa­chen Par­tie aber Kalt­schnäu­zig­keit vor dem Tor ver­mis­sen.

Er­schwe­rend kam hin­zu, dass der frü­he­re Le­ver­ku­se­ner Re­né Ad­ler ei­nen äu­ßerst gu­ten Tag er­wisch­te. In der ers­ten Halb­zeit ver­hin­der­te der HSV-Tor­wart, der nach 49-tä­gi­ger Ver­let­zungs­pau­se in die Start­for­ma­ti­on zu­rück­kehr­te, drei­mal mit se­hens­wer­ten Re­fle­xen die Füh­rung der Gäs­te: In der 24. Mi­nu­te bei ei­nem Kopf­ball von Ky­ria­kos Pa­pa­do­pou­los, in der 27. Mi­nu­te, als er ei­nen Dis­tanz­schuss von Ömer To­prak über die Lat­te lenk­te und in der 41. Mi­nu­te, als er ei­nen Ver­such von Ju­li­an Brandt pa­rier­te. „Da hat­ten wir die Mög­lich­keit, das Spiel zu un­se­ren Guns­ten zu ent­schei­den oder po­si­tiv zu be­ein­flus­sen“, sag­te Schmidt, der mit der De­fen­siv­leis­tung sei­ner Mann­schaft – Bay­ers Licht­blick in die­ser Sai­son – hin­ge­gen sehr zu­frie­den sein kann. Der 48-Jäh­ri­ge über­rasch­te mit dem Schach­zug, In­nen­ver­tei­di­ger Ömer To­prak, der nach rund zwei­ein­halb­mo­na­ti­ger Ver­let­zungs­pau­se di­rekt in der Start­elf stand, im zen­tra­len Mit­tel­feld spie­len zu las­sen.

Ha­kan Cal­ha­nog­lu, der auch für den ver­letz­ten Lars Ben­der hät­te spie­len kön­nen, wur­de erst in der Schluss­pha­se ein­ge­wech­selt. Zu­vor war der Ex-Ham­bur­ger beim Warm­ma­chen mit Bier­be­chern be­wor­fen und aus­ge­pfif­fen wor­den. Der Tren­nungs­schmerz ist in der Han­se­stadt noch nicht über­wun­den. Auch Cal- ha­nog­lu konn­te sei­nem Team je­doch nicht mehr wei­ter­hel­fen.

Da­bei wä­re es für Bay­ers Of­fen­siv­Ak­teu­re vor der mor­gi­gen Par­tie in der Cham­pi­ons Le­ague ge­gen den AS Rom (20.45 Uhr) wich­tig ge­we­sen, Selbst­ver­trau­en zu tan­ken. Schließ­lich sind die bei­den an­ste­hen­den Du­el­le ge­gen die Rö­mer rich­tungs­wei­send. In der Grup­pen­pha­se wer­den wohl der ita­lie­ni­sche Haupt­stadt­klub und Le­ver­ku­sen den zwei­ten Platz hin­ter dem FC Bar­ce­lo­na un­ter sich aus­ma­chen. Roms Ge­ne­ral­pro­be lief bes­ser als die der Werkself – das Team von Ru­di Gar­cia ge­wann am Sams­tag 3:1 ge­gen Em­po­li. Dort be­stand al­so kein Grund, die Hän­de über dem Kopf zu­sam­men­zu­schla­gen.

FOTO: DPA

Die „klei­ne Erb­se“Chicha­ri­to ver­gibt der­zeit vie­le Groß­chan­cen.

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