DEG fei­ert Der­by­sieg ge­gen die Köl­ner Haie

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON THO­MAS SCHUL­ZE

Der Düs­sel­dor­fer Tra­vis Turn­bull schießt fünf Mi­nu­ten vor Schluss vor 13.105 Zu­schau­ern im aus­ver­kauf­ten ISS-Do­me das ent­schei­den­de Tor. Für Köln war es die ers­te Aus­wärts­nie­der­la­ge der Eis­ho­ckey-Sai­son.

DÜSSELDORF 700 Fans der Köl­ner Haie hat­ten die Lan­des­haupt­stadt per Schiff ge­en­tert. Sie strotz­ten nach der Er­folgs­se­rie, die ih­re Mann­schaft auf den zwei­ten Platz der Deut­schen Eis­ho­ckey Li­ga ge­führt hat­te, vor Selbst­be­wusst­sein und Op­ti­mis­mus, was auch das Mot­to der lus­ti­gen Boots­fahrt do­ku­men­tier­te: „Et jitt Ka­sal­la!“Der Dro­hung be­geg­ne­te die Düs­sel­dor­fer EG auf dem Eis mit ei­ner kon­zen­trier­ten, de­fen­siv kom­pak­ten und kämp­fe­risch star­ken Leis­tung. Da­her ging der knap­pe 2:1 (1:0, 0:1, 1:0)-Sieg der Gast­ge­ber völ­lig in Ord­nung.

„Das war ein gu­tes Der­by, bei dem ei­ne tol­le Stim­mung herrsch­te“, sag­te Kölns Trai­ner Niklas Sund­blad. „Im ers­ten Drit­tel hat­ten wir et­was Glück, sind dann im zwei­ten zu­rück ge­kom­men, und im drit­ten hat­ten bei­de Mann­schaf­ten sehr gu­te Chan­cen. Und dann kommt Tra­vis Turn­bull und schießt das Tor.“Völ­lig über­rascht hat das vi­el­leicht die Köl­ner Mann­schaft, weil von dem ame­ri­ka­ni­schen Tor­jä­ger 55 Mi­nu­ten zu­vor nicht viel zu se­hen war, nicht aber Sund­blad, denn vor ein­ein­halb Jah­ren wa­ren sie ge­mein­sam in In­gol­stadt Meis­ter ge­wor­den.

Tat­säch­lich zeig­ten die Gast­ge­ber im An­fangs­drit­tel ih­re bes­te Sai­son­leis­tung. Da­bei war die knap­pe 1:0Füh­rung durch Da­ni­el Kreut­zer hoch­ver­dient, denn die DEG hat­te Pech bei ei­nem Lat­ten­schuss von Chris­to­pher Mi­nard und ei­nem Pfos­ten­schuss von Ste­phan Da­sch­ner. Zu­dem ver­hin­der­te ei­ne schwa­che Chan­cen­ver­wer­tung und ein noch schwä­che­res Über­zahl­spiel ei­nen deut­li­che­ren Vor­sprung. Vier Mal hat­ten die Düs­sel­dor­fer ei­nen Spie­ler mehr auf dem Eis, wuss­ten aber dar­aus kein Ka­pi­tal zu schla­gen. Das mach­ten die Gäs­te weit­aus bes­ser, die gleich ihr ers­tes Über­zahl­spiel zum Aus­gleich durch Fredrik Eriks­son nutz­ten.

Im Schluss­drit­tel stand die Par­tie auf des Mes­sers Schnei­de. Rob Col­lins und Ale­xej Dmi­triev hat­ten die DEG-Füh­rung auf dem Schlä­ger, auf der an­de­ren Sei­te Alexander Weiß, der al­lein auf Tor­hü­ter Ma­thi­as Nie­der­ber­ger zu­lief, aber an dem er­neut glän­zen­den Schluss­mann schei­ter­te.

Und dann hat­te Tra­vis Turn­bull sei­nen gro­ßen Auf­tritt. Der Tor­jä­ger fass­te sich ein Herz, sprin­te­te los und sto­cher­te dem Köl­ner Kee­per Gus­taf Wess­lauf die Schei­be durch die Bei­ne. Nach schwa­chem Sai­son­start hat­te er sich den op­ti­ma­len Zeit­punkt für sein ers­tes Sai­son­tor aus­ge­sucht. „Bull, Bull, Bull“, schall­te es durch den aus­ver­kauf­ten ISS-Do­me.

„Es ist sehr, sehr schön ein Der­by zu ge­win­nen“, sag­te DEG-Trai­ner Chris­tof Kreut­zer. „Es hat je­dem Spaß ge­macht, der heu­te hier war. Hof­fent­lich ha­ben wir vie­le auf den Ge­schmack ge­bracht.“Sei­ne Mann­schaft sei im Spiel fünf ge­gen fünf die bes­se­re ge­we­sen. Sie sei auch nach dem Aus­gleich von ih­rem Weg nicht ab­ge­gan­gen. „Das war der Schlüs­sel zum Er­folg“, be­ton­te Kreut­zer. „Wenn wir die­sen Weg wei­ter­ge­hen, ist es sehr schwer, uns zu schla­gen.“Wenn das Wört­chen „wenn“nicht wär . . .

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