We­ber er­öff­net Ue­de­mer Flie­gen­kir­mes

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST - VON MO­NI­KA HARTJES

Noch bis Di­ens­tag lädt das Volks­fest zu En­ten­an­geln, Kes­sel­tanz und mehr ins Zen­trum der Schus­ter­ge­mein­de. Heu­te gibt es beim Fa­mi­li­en­tag er­mä­ßig­te Prei­se, den Ab­schluss bil­det mor­gen das Hö­hen­feu­er­werk.

UEDEM Da zeig­te sich die lang­jäh­ri­ge Er­fah­rung, im­mer­hin zwölf Jah­re, die Bür­ger­meis­ter Rai­ner We­ber – zünf­tig ge­klei­det in Je­ans und Le­der­schür­ze über der Strick­wes­te – vor­wei­sen kann: Mit zwei Schlä­gen und oh­ne ei­nen Trop­fen zu ver­gie­ßen, schlug er am Sams­tag­nach­mit­tag sou­ve­rän den Zapf­hahn ins Bier­fäss­chen, zapf­te dann ge­konnt die Glä­ser voll mit dem Gers­ten­saft und stieß mit den Bür­gern und Schau­stel­lern auf ei­ne fröh­li­che Flie­gen­kir­mes an.

Zu­vor hat­te Dirk Janssen, Vor­sit­zen­der des Schau­stel­ler­ver­ban­des Kle­ve-Gel­dern, die Kir­mes­be­su­cher be­grüßt und sich bei den Mit­ar­bei­tern der Stadt für die gu­te Zu­sam­men­ar­beit be­dankt. Nur die Tem­pe­ra­tu­ren sei­en mit neun Grad eher ge­eig­net für die Er­öff­nung ei­nes Weih­nachts­mark­tes. „Aber Haupt­sa­che, es ist tro­cken wäh­rend der Kir­mes­ta­ge“, hoff­te er. „Bes­se­res Wet­ter gibt es doch gar nicht“, schmun­zel­te der Bür­ger­meis­ter, als pünkt­lich zur Er­öff­nung die Son­ne hin­ter den Wol­ken her­vor­kam. Er dank­te dem Hei­mat- und Ver­kehrs­ver­ein Uedem, fe­der­füh­rend dem zwei­ten Vor­sit­zen­den Micha­el Leh- mann, für die Vor­be­rei­tung des Zapf­an­stichs und lud spe­zi­ell zum sonn­täg­li­chen Früh­schop­pen ins Fest­zelt ein. „Un­se­re Schüt­zen­bru­der­schaft St. Aga­tha wird 400 Jah­re alt, das wird an die­sem Tag ge­fei­ert“, so Rai­ner We­ber. Au­ßer­dem wur­de die Schüt­zen­kö­ni­gin Ma­ria-The­re­sia Doh­men in­thro­ni­siert.

We­ber dank­te den Schau­stel­lern für ih­re be­son­de­ren Ak­tio­nen: die „Hap­py Hour“zu Be­ginn der Kir­mes, den Fa­mi­li­en­tag am Mon­tag mit er­mä­ßig­ten Prei­sen an al­len Ge­schäf­ten und dem gro­ßen Hö­hen- feu­er­werk am Di­ens­tag­abend bei Ein­bruch der Däm­me­rung. Mit der „Ol­diet­hek mit Dis­co-Po­wer“, or­ga-

Andre­as Bür­ger ni­siert vom Ue­de­mer Turn- und Schwimm­ver­ein 1964, wur­den am Frei­tag die Kir­mes­ta­ge im Fest­zelt am Ost­wall ein­ge­läu­tet. „Mit rund 700 Be­su­chern war die Ver­an­stal­tung gut be­sucht“, er­zähl­te Micha­el Leh­mann. „Es wur­de bis weit nach Mit­ter­nacht ge­müt­lich ge­fei­ert.“

Auf die „Hap­py Hour“am Sams­tag hat­ten Ju­li­an Trap­pe und Jan­nic Schmidt ge­war­tet. „Wir wol­len auf den Kes­sel­tanz, Au­to­scoo­ter und die Rau­pe – al­les, was ein biss­chen wild ist“, mein­te der elf­jäh­ri­ge Ju­li­an. Jan­nic hat­te am 1. Ok­to­ber Ge­burts­tag. „Ich ha­be mein Ge­burts­tags­geld für die Kir­mes ge­spart“, sag­te der Elf­jäh­ri­ge. Ge­ra­de in der „Hap­py Hour“konn­ten sie so rich­tig spa­ren. Der An­drang beim „Kes­sel­tanz“war groß, konn­te man sich hier doch güns­tig ei­nen „Chip-Vor­rat“an­le­gen, weil acht Stück in die­ser Zeit nur zehn Eu­ro kos­te­ten. Beim Au­to­scoo­ter be­kam man so­gar zehn Chips für zehn Eu­ro und bei der Rau­pe spar­te man eben­falls, denn hier hieß es: „Ein­mal zah­len – zwei­mal fah­ren!“Auch sonst punk­te­ten die Schau­stel­ler mit An­ge­bo­ten: 19 Mal En­ten­an­geln gab es für fünf Eu­ro, 45 Schuss auf Ster­ne und Röhr­chen für zehn Eu­ro, Fri­ka­del­le, Zu­cker­wat­te und die Fahrt auf dem Kin­der­ka­rus­sell ab ei­nem Eu­ro.

Ne­ben den Be­su­chern füh­len sich auch die Schau­stel­ler sehr wohl auf der Flie­gen­kir­mes in Uedem. Seit 20 Jah­ren steht Sa­bi­ne Nor­mann auf dem Markt mit dem „En­ten­an­geln“. „Das ist sehr ge­müt­lich hier“, sag­te sie. Fast 40 Jah­re hat Ma­ri­an­ne Kühn – frü­her mit ih­ren El­tern – mit ih­rer Schieß­bu­de ei­nen Stand­ort auf der Flie­gen­kir­mes. „Ich ha­be für drei Jah­re un­ter­bro­chen, da hat mir et­was ge­fehlt“, sag­te sie. Andre­as Bür­ger be­gann 1998 mit ei­nem Cre­pe­wa­gen. „Das ist hier ein klei­ner Ort, man kennt sich über die Jah­re. Es ist ein biss­chen so, als wenn man nach Hau­se kommt.“

„Das hier ist ein biss­chen so, als wenn man nach

Hau­se kommt“

Schau­stel­ler

RP-FO­TOS (2): KLAUS-DIE­TER STA­DE

Der skep­ti­sche Ge­sichts­aus­druck war un­an­ge­bracht: Nur zwei Schlä­ge be­nö­tig­te der er­fah­re­ne Fass­an­s­te­cher und Bür­ger­meis­ter der Schus­ter­ge­mein­de, Rai­ner We­ber.

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