PRÄ­SEN­TIERT KINDERGARTENSERIE „DAS GELD“(FOL­GE 1) Die span­nen­de Er­fin­dung des Gel­des

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON BI­AN­CA MOKWA

Be­vor die Men­schen mit Geld be­zahl­ten, leb­ten sie von Tausch­ge­schäf­ten. So ma­chen das auch Hen­ri und Ju­le. Al­ler­dings fin­det sich nicht im­mer et­was pas­sen­des zum Tausch. Des­we­gen ist Geld wich­tig.

GOCH-UEDEM Hen­ri und Ju­le woh­nen in ei­nem gro­ßen Haus. Sie sind rich­tig gu­te Freun­de. Hen­ri hat ein schi­ckes, hell­ro­tes Spiel­zeug­au­to zu sei­nem Ge­burts­tag ge­schenkt be­kom­men. Ju­le mag das Au­to sehr. Ei­nes Nach­mit­tags be­sucht sie Hen­ri. Sie hat ihr Lieb­lings­stoff­tier, die Maus Lot­ta da­bei. „Hen­ri, darf ich dein neu­es Spiel­zeug­au­to ha­ben? Du be­kommst da­für Lot­ta.“Hen­ri sagt: „Ja.“Sie tau­schen. So ha­ben die Men­schen es vor vie­len Jahr­tau­sen­den auch ge­macht. Sie ha­ben ge­tauscht.

Da­mals gab es noch kein Geld. Wer ein Huhn hat­te, das Eier leg­te, der tausch­te die Eier und be­kam da­für ein Brot. Ganz prak­tisch war das, wenn die Men­schen sich auf ei­nem gro­ßen Markt tra­fen. Der ei­ne brach­te Äp­fel von sei­nem Ap­fel­baum mit. Ein an­de­rer hat­te Ge­mü­se im Gar­ten, so­viel, dass er es tau­schen konn­te. Man­che Men­schen gin­gen auch von Haus zu Haus, zum Bei­spiel, wenn sie et­was be­son­ders gut konn­ten. Wenn je­mand rich­tig gut dar­in war Schu­he zu re­pa­rie­ren, dann klopf­te er an die Tür und sag­te: „Gu­ten Tag, soll ich bei Ih­nen Schu­he re­pa­rie­ren?“

Zum Dank be­kam er ein paar Äp­fel, Eier, oder was die Leu­te sonst ab­ge­ben konn­ten. Manch­mal pass­ten die Din­ge der Leu­te nicht zu­ein­an­der. Ein Mann, der sel­ber ei­nen Ap­fel­baum im Gar­ten hat, der möch­te für sei­ne Äp­fel nicht Äp­fel be­kom­men, son­dern vi­el­leicht lie­ber ei­nen Topf. Der Mann, der Töp­fe hat, mag mög­li­cher­wei­se kei­ne Äp­fel, son­dern nur Bir­nen. Dann konn­ten die bei­den nicht tau­schen. Des­we­gen ha­ben sich schlaue Men­schen über­legt „Geld“zu er­fin­den.

Das Geld sagt, wie viel ei­nem ei­ne Sa­che wert ist. Ein Ap­fel ist zum Bei­spiel we­ni­ger wert als ein Topf. Klu­ge Men­schen leg­ten fest, dass ein Topf zehn Geld­stü­cke kos­tet, ein Ap- fel aber nur ein Geld­stück. So kön­nen die Leu­te, statt Din­ge zu tau­schen, die sie gar nicht brau­chen, mit Geld be­zah­len. Ihr kennt das aus den Ge­schäf­ten. An den Ge­gen­stän­den ste­hen Zah­len. Die sa­gen, wie viel ei­ne Sa­che kos­tet.

Hen­ri hat üb­ri­gens noch ei­nen klei­nen Bru­der, Jo­na­than. Jo­na­than fin­det die Stoff­maus Le­na, die Hen­ri als Tausch be­kom­men hat, to­tal gut. Er hält sei­nem Bru­der ei­nen an­ge­bis­se­nen Keks ent­ge­gen. Hen­ri will den an­ge­bis­se­nen Keks nicht. Er will da­mit nicht tau­schen. Jo­na­than hat ver­stan­den. Er schnappt sich das Spiel­geld. Aber Hen­ri gibt die Pup­pe Lot­ta auch nicht für Spiel­geld her.

Man­che Sa­chen, die sind ein­fach so wert­voll, da hilft auch kein Geld der Welt.

RP-FOTO: MAR­KUS VAN OFFEREN

Tau­sche ro­tes Renn­au­to ge­gen Stoff­maus, so ähn­lich ha­ben es schon die Men­schen vor vie­len Jahr­tau­sen­den ge­macht. Das Geld lös­te spä­ter das Tau­schen von Ge­gen­stän­den ab.

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