1. FC Kle­ve do­mi­niert Geg­ner nach Be­lie­ben

Rheinische Post Goch - - SPORT LOKAL - VON REIN­HARD PÖSEL

Fuß­ball-Lan­des­li­ga: Der 1. FC Kle­ve be­zwang die VSF Amern mit 4:0 (2:0). Pas­cal Hüh­ner drei­fa­cher Tor­schüt­ze. Rot-Blau jetzt Spit­zen­rei­ter.

Vor dem Spiel in der Ka­bi­ne des 1. FC Kle­ve. Ein biss­chen hat­te das et­was von Franz Be­cken­bau­er. Als der „Kai­ser“vor vie­len, vie­len Jah­ren ein ers­tes Mal in die Trai­ner­ver­ant­wor­tung des FC Bay­ern München ge­scho­ben wur­de, blieb ihm bis zum dar­auf fol­gen­den Spiel kaum Zeit, den Spie­lern sei­ne Vor­stel­lun­gen von Fuß­ball zu ver­mit­teln. Al­so mach­te er’s kurz, bau­te sich in der Ka­bi­ne vor sei­nen Spie­lern auf und gab ih­nen die Wor­te mit auf den Weg: „Geht’s naus und spuilt Fuß­ball.“

Die Kle­ver Va­ri­an­te sah ges­tern Nach­mit­tag so aus. Statt die na­ment­li­che Auf­stel­lung auf die Ta­fel zu schrei­ben und an­schlie­ßend noch ei­ni­ge der wich­tigs­ten Lauf­we­ge zu ma­len, be­ließ es der Kle­ver Trai­ner bei dem Satz: „Haut heu­te mal so rich­tig ei­nen raus.“Ver­bun­den war das mit der nicht zu ver­ach­ten­den Aus­sicht, dass der 1. FC Kle­ve mit ei­nem Sieg die Ta­bel­len­spit­ze über­neh­men konn­te. Denn tags zu­vor hat­te der bis­he­ri­ge Ers­te VfL Rhe­de sei­ne Be­geg­nung beim FSV Duis­burg mit 2:4 ver­lo­ren.

Mit der ers­ten Ak­ti­on des Spiels sah FC-Trai­ner von Kucz­kow­ski die Auf­for­de­rung an sei­ne Mann­schaft be­stä­tigt. Of­fen­bar hat­te sich je­der Kle­ver Spie­ler – von Sa­scha Hors­mann im Tor bis zu Mau­ric Ry­ba­cki in der Sturm­spit­ze – vor­ge­nom­men, in Amern nichts, aber auch rein gar nichts an­bren­nen zu las­sen. Wie sich der 1. FC Kle­ve am gest­ri­gen Nach­mit­tag der Auf­ga­be auf ei­nem schwer zu be­spiel­ba­ren Ra­sen ent­le­dig­te, hat­te et­was von ei­ner Fuß­ball-De­mons­tra­ti­on und war ei­nes Auf­stiegs­aspi­ran­ten ab­so­lut wür­dig. Der VSF Amern kam ins­be­son­de­re im ers­ten Durch­gang über­haupt nicht zur Ent­fal­tung, auf den Kle­ver Kas­ten kam nicht ein ge­fähr­li­cher Schuss. „Al­les, was wir uns vor­ge­nom­men hat­ten, konn­ten wir nicht um­set­zen“, sag­te Amerns Trai­ner Den­niz So­bisz, der bei sei­ner Mann­schaft „kei­ne Lauf­be­reit­schaft und auch kein rich­ti­ges Zwei­kampf­ver­hal­ten“ge­se­hen hat­te. Nach der Pau­se sei es dann et­was bes­ser ge­we­sen.

Als Amern ge­gen die spie­le­risch haus­hoch über­le­ge­nen Gäs­te ver­such­te, we­nigs­tens über den Kampf ins Spiel zu kom­men, ver­grif­fen sie sich ei­ni­ge Ma­le in der Wahl ih­rer Mit­tel. Die Fol­ge: be­reits in der 26. Spiel­mi­nu­te muss­te der Gelb-Rot ge­fähr­de­te To­ni Weis ge­gen Ma­xi­mi­li­an Ka­pell aus­ge­wech­selt wer­den, wei­te­re fünf gel­be Kar­ten ge­gen die Heim­mann­schaft ka­men da­zu und vier Mi­nu­ten vor Schluss durf­te sich Ka­pell dann auch schon wie­der mit Gelb-Rot ver­ab­schie­den.

Das mög­li­che Straf­re­gis­ter der Kle­ver blieb oh­ne Ein­trag. Sie lös­ten je­de Si­tua­ti­on mit spie­le­ri­schen Mit­teln. Bei­spie­le da­für gab es zu­hauf, vier da­von führ­ten zu sehr fein her­aus­ge­spiel­ten Tref­fern. Pas­cal Hüh­ner brach­te sei­ne Mann­schaft nach ei­nem traum­haft schö­nen Zu­spiel von Niklas Klein-Wie­le mit 1:0 (10.) in Füh­rung. Der Tech­ni­ker mit der Num­mer sie­ben auf dem Rü­cken war zu ei­nem wich­ti­gen Zeit­punkt vor der Halb­zeit ein zwei­tes Mal zur Stel­le und hob den Ball auf Vor­ar­beit von Mi­ke Ter­floth aus dem geg­ne­ri­schen Halb­feld über Amerns Kee­per hin­weg zum Kle­ver 2:0 (44.) in die Ma­schen.

Das drit­te Mal durf­te sich Hüh­ner kurz nach dem Sei­ten­wech­sel als Tor­schüt­ze fei­ern las­sen, als er nach ei­nem lan­gen Ball in die Spit­ze sei­nen Kör­per zwi­schen Ball und letz­tem Ab­wehr­spie­ler brach­te und zum 3:0 (47.) voll­ende­te. Als Ot­man Ma­e­houat ei­ne Vier­tel­stun­de vor Schluss das Kle­ver 4:0 be­sorg­te, hat­te Hüh­ner be­reits auf der Bank Platz ge­nom­men. Ei­ne rei­ne Vor­sichts­maß­nah­me, wie ihm Trai­ner von Kucz­kow­ski er­klär­te. „Die tre­ten doch auf al­les, was sich be­wegt“, sag­te der Kle­ver Couch. Dar­auf Hüh­ner: „Ach Trai­ner, die sind doch viel zu lang­sam.“Um ihn zu tref­fen, woll­te Hüh­ner sa­gen.

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